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Duisburg: Ein Bühnenrenner fürs große Publikum

Duisburg : Ein Bühnenrenner fürs große Publikum

Das englischsprachige, internationale Studententheater der Universität, DUET, zeigt diesmal eine Posse mit Gesang, die im Wilden Westen spielt. Sie heißt "Chaos at the Cannery" (Chaos in der Konservenfabrik). Premiere ist am 8. Februar.

Seit 35 Jahren (!) gibt es an der Universität in Duisburg ein englischsprachiges Theater. Jahr für Jahr bringt DUET (Duisburg University English Thespians) meist im Februar eine Produktion heraus, die im Wintersemester erarbeitet wurde. Mal ist es ein heiteres, mal ein ernstes Stück. Für dieses Jahr wollten die Regisseurinnen Ulrike Wright und Nicole Winkler ein Stück auswählen, das "mal richtig lustig ist". Dazu googelten die beiden Anglistik-Lehrerinnen im Internet unter dem Stichwort "Melodrama". Darunter versteht man im englischsprachigen Raum keineswegs ein rührseliges Stück mit meist traurigem Ende, sondern eine besondere Form der Komödie, bei der die Charaktere grotesk überzeichnet werden. Im deutschsprachigen Raum kommt die Posse dieser Theaterform am nächsten.

Fündig wurden Ulrike Wright und Nicole Winkler beim Gegenwartsautor Gary McCarver, der seine Stücke (einschließlich Musik) in seinem eigenen Theaterverlag herausbringt. Die beiden DUET-Leiterinnen besorgten sich die Rechte für McGarvers "Chaos at the Cannery" (Chaos in der Konservenfabrik).

Das Stück spielt in den letzten Jahren des Wilden Westens. Ulrike Wright fasst bei ihrem Redaktionsbesuch den Inhalt so zusammen:

Kalifornien, 1881. Das Städtchen San Juan Capistrano hat viel zu bieten - wie den Swallows Saloon, die Paloma Linda Dance Hall mit Handleserin und Wahrsagerin Miss Faye Tality, und die Belford-Konservenfabrik, wo nicht nur Oliven und Früchte in Dosen, sondern auch die berühmte Belford-Feigenmarmelade produziert werden. Gerade erwartet San Juan die Ankunft des neuen Sheriffs, der zum ersten Mal in die Stadt kommt. Mit ihm im selben Zug reist ein Mensch, der sich Professor Phineas T. Mack, nennt. Der ist aber in Wirklichkeit ein charmeverspritzender Trickbetrüger auf der Suche nach weiteren Opfern, die er abzocken kann. Zur gleichen Zeit kehrt Dan Belford, der Fabrikbesitzer, von einer Geschäftsreise zurück mit einem neuen Angestellten, Oliver Sudden, der für ihn einige neue Kunden gewonnen hat.

Die Belfords freuen sich, ihren Ehemann und Vater wieder bei sich zu haben. Die 20-jährige Tochter Felicity ("Oh my!") und Oliver Sudden ("Oh my!") verlieben sich auf den ersten Blick ("Oh my!"). Natürlich geht es im Wilden Westen nicht so betulich bis zur fälligen Eheschließung weiter. Dafür sorgen der Trickbetrüger-"Professor", der von diesem betrogene Sheriff, eine Wahrsagerin und ein drohender Firmenruin.

Seit Oktober laufen die Proben für das Stück. Am 8. Februar ist die Premiere für das Chaos in der Konservenfabrik in der Uni-Aula an der Geibelstraße 41 in Neudorf. In den vergangenen Wochen hat das rund 20-köpfige Ensemble, bei dem 16 auf der Bühne stehen werden, auch noch an den Wochenenden geprobt. "Das Stück ist eines der lustigsten, das wir jemals aufgeführt haben, aber es ist auch nicht leicht, auf die Bühne zu bringen", berichtet Ulrike Wright.

Ein Grund ist, dass in "Chaos at the Cannery" auch gesungen wird. Eine "Posse mit Gesang" ist für DUET eine Premiere. Aber die Schauspieler, die eine Gesangspartie übernehmen, seien sehr ehrgeizig: "Die proben sogar außerhalb der Probezeiten", so die Regisseurin, die mit sichtbarer Freude von der neuen Aufführung erzählt. Begleitet werden die singenden Schauspieler von einem Pianisten und einem Gitarristen.

Das Ensemble ist international besetzt. Die (ehemaligen) Studenten kommen aus dem Iran, aus Mexiko, Italien, Kanada, der Türkei, Pakistan und natürlich Deutschland. Wie auch bei der Aufführung wird auch bei den Proben nur Englisch gesprochen.

Für die Besucher der Aufführungen gibt es schriftliche deutschsprachige Inhaltsangaben, so dass auch derjenige, dessen Englisch nicht perfekt ist, der Handlung gut folgen kann.

(pk)