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Duisburg: Ein ausgefülltes Vakuum

Duisburg : Ein ausgefülltes Vakuum

Formal gibt es kein Vakuum nach der Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Trotzdem fehlen auf der nächsten Messe die beiden wichtigsten Ansprechpartner. Welche Folgen hat das für die Großprojekte?

Bis zur Wahl eines Nachfolgers führt wie berichtet Stadtdirektor Dr. Peter Greulich die Verwaltung, die ehrenamtlichen Bürgermeister Benno Lensdorf (CDU), Manfred Osenger (SPD) und Ercan Kocalar (Linke) übernehmen die repräsentativen Termine. Als neuer Planungsdezernent ist Carsten Tum (SPD) zwar gewählt, aber sein Amt tritt er erst in einigen Wochen an. Damit fehlen auf der Gewerbeimmobilienmesse MIPIM in Cannes der Duisburger Delegation gleich die beiden wichtigsten Entscheidungsträger und Ansprechpartner.

Roger Sevenheck von der German Development Group. Foto: GDG

Greulich ist zwar an der Côte d'Azur mit dabei, ist aber nur eine Figur des Übergangs als Stadtoberhaupt. Ralf Meurer, Chef der Duisburger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) glaubt dennoch, dass die Reise nach Cannes aus Duisburger Sicht ein Erfolg werden kann. "Dr. Greulich ist als Ansprechpartner dabei, und der künftige Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum hat ebenfalls zugesagt", so Meurer.

GFW-Chef Ralf Meurer (Mitte) in Cannes – hier unter anderem im Gespräch mit Aurelis-Regionsleiter Olaf Geist (rechts). Foto: GFW

Tum könne zwar noch nicht offiziell als Entscheidungsträger auftreten, sich aber schon einmal in seiner künftigen Funktion bekannt machen. Wenn bürgerschaftliche Initiativen künftig verstärkt bei Großprojekten mitreden wollten, sei noch mehr Transparenz gefragt. Sorgen bereitet Meurer dies nicht. "Wir sind mit dem Projekt Duisburg 2027 schon in diese Richtung gegangen. Die Transparenz muss dauerhaft verankert werden", so Meurer.

Dass bürgerschaftliches Engagement außerhalb des Parteienspektrums künftig eine größere Rolle in Duisburg spielen soll, scheint unumstritten zu sein. So forderte jetzt eine Repräsentantin aus dem Kreis der Organisation "Never forget den Opfern der Loveparade" einen "sofortigen Baustopp" auf dem Güterbahnhofsgelände, und Theo Steegmann vom "Neuanfang für Duisburg" kündigte wie berichtet an, dass sich die Initiative "Neuanfang für Duisburg" künftig auch anderen Themen wie dem Factory Outlet Center widmen werde. Das beeindruckt die Investoren aber nicht übermäßig.

Kompetente Ansprechpartnerin

So verweist Edda Metz-Lamadé, Projektleiterin der Krieger-Gruppe für die Planungen auf dem Güterbahnhofsgelände darauf, dass sie mit Beatrice Kamper vom Planungsamt bei der Stadtverwaltung stets eine kompetente Ansprechpartnerin habe. "Forderungen nach einem Baustopp im Hinblick auf Fledermäuse oder andere geschützte Tiere gehen ins Leere. Ein artenschutzrechtliches Gutachten ist ohnehin Bestandteil eines Bebauungsplanverfahrens — und dort wurde von der Gutachterin nichts gefunden", erklärte sie.

Die Verwaltung arbeite an der planungsrechtlichen Vorbereitung der "Duisburger Freiheit" und dem Möbelzentrum auch ohne Oberbürgermeister und Dezernent normal weiter.

Im März werde der geänderte Bebauungsplan erneut offengelegt. Im Übrigen sei Krieger mit Vertretern von Angehörigen-Organisationen weiter im Gespräch in Bezug auf die Gestaltung der Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände.

(RP/rl)