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Duisburg: Eidgenossen bauen auf Hochheide

Duisburg : Eidgenossen bauen auf Hochheide

Die Kapitalpartner AG aus Zürich ist Investor bei der Sanierung des Hochhauses Hanielstraße 36/38. Der Münchner Architekt Prof. Michael Gaenssler spricht von Anbauten, einem Concierge, einem Kindergarten und farbigen Fassaden.

hochheide Eine schweizer Aktiengesellschaft ist Investor bei der Sanierung des Hochhauses Hanielstraße 36/38. Die Kapitalpartner AG hat ihren Sitz in Zürich, an ihrer Spitze steht als Präsident aber ein Deutscher: Ulrich Schreiber aus Forst. Die Kapitalpartner AG erscheint auf einem Transparent, das jetzt am Hochhaus befestigt wurde. Damit lüftet die Kölner D.Ing Konzept GmbH, die das Hochhaus im vergangenen Jahr ersteigert hat, ein wenig den Schleier. Bislang hielt sich D.Ing-Geschäftsführer Till Mundorf eher bedeckt, wenn man ihn nach der Finanzierung des Projekts und seinen Partnern fragte.

Zwei Fonds aufgelegt

Wie die D.Ing ist die Kapitalpartner AG eine noch junge Gesellschaft, die erst Anfang des Jahres gegründet wurde. Hinter ihr stehe aber ein anderes Unternehmen, das seit langer Zeit im Anlagegeschäft tätig sei, erklärte das für die AG tätige Pressebüro Oklahoma aus Düsseldorf. Die Kapitalpartner AG bereitet zwei speziell auf das Projekt Hanielstraße abgestimmte Fonds vor, die jeweils eigene Fondsgesellschaften mit Sitz in Berlin bilden. Sie tragen den Namen „distressed real estate“ (eine im Anlagesektor beliebte Umschreibung für herunter gekommene Immobilien), laufende Nummern II und III. Sie sollen demnächst veröffentlicht werden, teilte gestern die AG mit. Allerdings gebe es bereits viele „Vorzeichnungen“, so dass nicht sicher sei, ob alle gewillten Anleger auch zum Zuge kommen.

„Generationenübergreifendes Wohnen“ lautet das Stichwort für die Zukunft des Hochhauses. Auch der Münchner Architekt Prof. Michael Gaenssler ist bei der Planung mit von der Partie. Er bezeichnete die Sanierung gestern als „eine spannende Geschichte“. Die Hochheider Hochhaussiedlung sei „symptomatisch für alle schrumpfenden Städte“. Gaenssler hat vor allem Ideen für das Erdgeschoss des Hochhauses entwickelt, das „im Prinzip leer“ sei. Er stellt sich Anbauten im rückwärtigen Bereich des Gebäudes vor, denkt an Räume zum Beispiel für eine physikalische Therapie oder auch einen Kindergarten. „Der würde dort sehr gut hinpassen“. Der Architekt sprach auch von einem Concierge („Pförtner“) und einer farbigen Fassadengestaltung, die – sofern andere Hochhäuser ähnlich gestaltet würden – später eine „Identifikationsmöglichkeit“ für die Bewohner eröffne. Seine Planung sei den Investoren vorgelegt worden, so Gaenssler, die sie für gut befunden hätten. Offen sei noch, ob die Pläne in dieser Form realisiert werden.

Gespräch mit der Stadt

Das hängt nicht zuletzt von der Stadt Duisburg ab. Voraussichtlich Ende Mai werde ein Gespräch mit der Stadtspitze stattfinden. „Nach Genehmigung der Sanierungskonzepte durch das zuständige Bauamt beginnen wir mit den entsprechenden Bauaktivitäten“, versichern die Projektpartner.

(RP)