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Duisburg: Ehemaliger Satudarah-Chef und sein Vize stehen vor Gericht

Duisburg : Ehemaliger Satudarah-Chef und sein Vize stehen vor Gericht

Ab kommenden Freitag, 17. Januar, muss sich Ali Osman, der ehemalige Präsident des Rockerclubs MC Satudarah, vor dem Duisburger Landgericht verantworten. Ein massives Polizeiaufgebot wird den Prozess sichern.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem die Beteiligung an Drogen- und Waffengeschäften und Anstiftung zu zwei in den Jahren 2012 und 2013 verübten Anschlägen vor. Gemeinsam mit seinem Vize Baris T. ("Vice Balyoz") soll Osman, der mit bürgerlichen Namen Yildiray K. heißt, an der illegalen Einfuhr, dem Besitz und dem Handel von über 20 Kilogramm Marihuana und rund 800 Gramm Kokain beteiligt gewesen sein. Außerdem geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Waffen, darunter auch schwere Kriegswaffen, im Auftrag der Satudarah-Chefs über die Grenze nach Deutschland geschafft worden sind.

Vorgeworfen wird den Angeklagten darüber hinaus, im August 2012 Dritte zu einem Anschlag mit einer Handgranate auf das Clubhaus der verfeindeten "Hells Angels" in Rheinhausen angestiftet zu haben. Da sich in dem Gebäude zur Tatzeit niemand aufhielt, kamen keine Menschen zu Schaden, es entstand jedoch ein Sachschaden am Vereinsheim der "Höllenengel". Zu einem weiteren Anschlag kam es in der Nacht des 18. Februar 2013. Damals wurde mit einer Maschinenpistole mehrfach auf einen Kiosk in Beeck geschossen, wobei ebenfalls ein Sachschaden entstand. Auch zu dieser Tat sollen Yildiray K. und Baris T. einen Beteiligten angestiftet haben. Im Rahmen einer Razzia im April vergangenen Jahres verhaftete die Polizei die beiden "Köpfe" der Rockerbande unmittelbar vor dem Satudarah-Clubhaus an der Friedrich-Ebert-Straße. Seitdem sitzen Yildiray K. und Baris T. in Untersuchungshaft. Durchsucht wurde damals auch das Haus von Ali Osman in Bergheim. Dabei fand die Polizei ein geladenes Sturmgewehr vom Typ AK-47 sowie eine Pistole vom Typ Walther P99.

Durch die Verhaftung der Satudarah-Spitze kam es nach Angaben von Jan Sander ("Miami Gianni"), ehemaliger Pressesprecher des Clubs, zu einem Wechsel an der Führungsspitze der ursprünglich in den Niederlanden gegründeten Vereinigung. Sander erklärte Ende Mai 2013, er sei nun Deutschland-Chef von Satudarah. Für den Prozess sind zunächst vier Verhandlungstage angesetzt.

(RP)