Duisburg: DVV treibt Digitalisierung voran

Duisburg: DVV treibt Digitalisierung voran

Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) hat die Zukunftschancen des Unternehmens analysiert. Ergebnis: Das größte Potenzial liegt im digitalen Umbau. Die Agenda des Unternehmens basiert dabei auf drei Säulen.

Die Gegenwart ist für kommunale Versorgungsunternehmen wie den DVV-Konzern eine Zeit der Herausforderungen. Um am Markt bestehen zu können, müssen sich die Verantwortlichen nach neuen Geschäftsfeldern umsehen und überlegen, wie sie den veränderten Anforderungen durch die Digitalisierung am besten begegnen können.

Einen Schwerpunkt legt der kommunale Versorgungskonzern, zu dem unter anderem die Stadtwerke und die DVG gehören, auf den Umbau interner Arbeitsabläufe. Das geht aus der kürzlich erschienenen Veröffentlichung "Märkte im Umbruch" hervor, die die DVV an ihre Mitarbeiter verteilen ließ. Arbeitsabläufe sollen durch digitale Prozesse künftig schneller und effizienter ausgearbeitet werden, um Kosten und Risiken zu minimieren.

Erste Schritte auf diesem Weg ist das Unternehmen bereits gegangen. So hat es zum Beispiel die Zahlungsdienstleistungs-Plattform "Taulia" eingeführt, um seinen rund 2800 Lieferanten dabei zu helfen, ihre Liquiditätsplanung effizienter zu gestalten. Das Online-Portal sorgt bei der DVV für zusätzliche Transparenz im Zahlungsverkehr, weil sie es den Lieferanten unter anderem ermöglicht, jederzeit und unkompliziert Einblick in noch ausstehende Rechnungen zu bekommen. Als weiteres Beispiel für Effizienzsteigerungen im Arbeitsablauf wird in der Veröffentlichung die Einbindung tagesaktueller Verkehrs- und GPS-Daten aufgeführt. So könnten die Außendienst- und Service-Mitarbeiter durch die Einbeziehung solcher Daten bei der Planung ihrer Routen bereits jetzt deutliche Zeitverbesserungen erzielen. Darüber hinaus beschreibt das DVV-Papier die Möglichkeit von Effizienzsteigerungen im Energiebereich durch die Automatisierung bestimmter Arbeitsabläufe. "So erlaubt der Einsatz von hochsensiblen Sensoren in Kraftwerken, dezentralen Erzeugungsanlagen oder Netzen signifikante Einsparungen durch die Umstellungen der Wartungsintervalle", heißt es in der Veröffentlichung. Bisher seien die Anlagen nach festgelegten Leistungsperioden gewartet worden. Nun sei es möglich, durch Auswertung der von den Sensoren übermittelten Daten Verschleiß zu erkennen und dann bedarfsgerecht zu reagieren. Das erlaube zudem eine genauere Prognose bei der Ermittlung des zukünftigen Bedarfs.

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Neben dieser "Digitalen Umwandlung" fußt die Digitalstrategie des Konzerns aber noch auf zwei weiteren Säulen. Als zweites wesentliches Handlungsfeld hat die DVV die "Digitale Erweiterung" definiert. Das Unternehmen will die Digitalisierung als "Instrument zur Qualitätsverbesserung an der Kundenschnittstelle" nutzen. Gemeint sind damit auch (aber nicht nur) Erweiterungen des bestehenden Angebots um neue digitalbasierte Dienstleistungen. Ein Beispiel dafür gibt es bereits: Die Einführung des Bus-Taxidienstes Mybus im vergangenen Jahr ist eine logische Konsequenz dieses Handlungskonzeptes.

Dritte Säule der DVV-Strategie ist das Handlungsfeld "Digitale Erneuerung". Gemeint ist hiermit die Gewinnung von Kunden und Steigerung von Erlösen durch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. "Die genaue Kenntnis des Erzeugungs- und Verbrauchsprofils einzelner Kunden auf Basis sogenannter 'Smart Meter' (Stromzähler, die digital Daten erfassen und direkt an den Konzern senden, Anm. d. Red.) ermöglicht es, maßgeschneiderte Produkte für Kunden zu entwickeln", heißt es in "Märkte im Umbruch". Ein Wettbewerbsvorteil könne es zum Beispiel sein, künftig Betriebsstunden eigener dezentraler Anlagen an Anlagenbetreiber und andere Kunden zu verkaufen. Auch groß angelegte Kooperationen zur Effizienzsteigerung und Anlagenwartung von ganzen Siedlungen könnten ein Zukunftsmodell sein, bei dem Immobiliengesellschaften, Anlagenhersteller und Energieversorger miteinander kooperieren.

Weitere Möglichkeiten sieht die kommunale Versorgungsgesellschaft in den Geschäftsfeldern "Smart Home" und "Connected Building". Diese Bereiche gewännen weiter an Bedeutung, schreibt die DVV, denn in der Welt von morgen seien die meisten elektronischen Geräte steuerbar und direkt mit dem Internet verbunden. Aktuell sei die Markdurchdringung mit einem Anteil von 4,7 Prozent zwar noch relativ gering, die Zukunftsprognosen gingen jedoch bereits für das Jahr 2021 von einem Wert um die 35 Prozent aus. Die Entwicklung maßgeschneideter digitaler Produkte für den Betrieb solcher Geräte sei deshalb sinnvoll.

(th)