Prozess am Landgericht Duisburgerin muss für Raub auf zwei Freier in Haft

Duisburg · Die 20-jährige Schülerin bot im Internet Liebesdienste an. In zweiter Instanz blieb es bei 32 Monaten Jugendhaft.

 Der Prozess wurde vor dem Duisburger Landgericht verhandelt.

Der Prozess wurde vor dem Duisburger Landgericht verhandelt.

Foto: Christoph Reichwein (REI)/Reichwein, Christoph (crei)

Vergeblich versuchte eine 20-jährige Schülerin aus Ruhrort in zweiter Instanz, um eine längeren Aufenthalt hinter Gittern herum zu kommen. Doch die Berufungsverhandlung vor dem Duisburger Landgericht am König-Heinrich-Platz konnte an der Verurteilung zu zwei Jahren und acht Monaten Jugendhaft wegen versuchten schweren Raubes und schwerer räuberischer Erpressung letztlich nichts mehr ändern.

Im Juni und August 2018 hatte die damals 19 Jahre alte Schülerin im Internet hochpreisige Liebesdienste angeboten und in mindestens zwei Fällen das Interesse zahlungswilliger Freier erregt. An den vereinbarten Treffpunkten im Innenhafen und in einem Parkhaus am Hauptbahnhof begegneten die verwunderten Männer jedoch gleich zwei jungen Frauen. Und die machten schnell klar, was ihre wahre Absicht war.

In einem Fall gab ein 56-jähriger Mann insgesamt 500 Euro heraus, nachdem er zuvor von den Frauen mit Pfefferspray besprüht und zudem mit einem Elektroschocker und einer täuschend echt wirkenden Spielzeugpistole bedroht worden war. Ein 50-Jähriger konnte sich mit knapper Mühe in sein Auto retten und Gas geben. Bis dahin allerdings hatte ihn die Angeklagte bereits durch mehrere Messerstiche verletzt.

Die 20-Jährige hatte gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt. Ebenso die Staatsanwaltschaft, die im November 2018 vor dem Jugendschöffengericht vier Jahre Jugendgefängnis gefordert hatte.

Die Angeklagte legte erneut ein Geständnis ab und gab als Motiv für die Tat Handy-Schulden an. Die Chance, sich im Vorfeld der Berufungsverhandlung bei den Geschädigten zu entschuldigen oder einen Teil des Schmerzensgeldes zu zahlen, zu dem das Amtsgericht sie gleichfalls verurteilt hatte, hatte sie ungenutzt verstreichen lassen.

Die Jugendkammer sah nach anderthalbstündiger Verhandlung nichts, was eine Änderung des amtsgerichtlichen Urteils erforderlich gemacht hätte. „Das sind keine Taten, die man als Jugendsünde abtun kann“, so der Vorsitzende. Auf Empfehlung des Gerichts zogen beide Seiten ihre Berufungen zurück.

(bm)
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