Duisburger Wirtschaftsbetriebe testen Brennstoffzellen-Müllwagen

Europäisches Pilotprojekt zum Klimaschutz : WBD testen Brennstoffzellen-Müllwagen

Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) beteiligen sich an einem europäischen Pilotprojekt, das helfen soll, künftig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Im nächsten Jahr soll der 27-Tonner mit Wasserstoff eingesetzt werden.

Brennstoffzellen können ein Weg sein, die Energieprobleme der Zukunft zu lösen. Duisburg ist mit dem Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) und der ersten Wasserstofftankstelle bei dieser Technik gut aufgestellt. Davon machte sich unlängst erst NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in Duisburg selbst ein Bild.

Nun beteiligen sich auch die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) mit einem Müllwagen mit Brennstoffzellentechnik an dieser Energieform. Die WBD nehmen an den dem Projekt Hector teil. Hector steht für den Einsatz von „Wasserstoff-Entsorgungsfahrzeugen in Nord-West-Europa“.

Im Rahmen dieses Projektes würden sieben Müllwagen mit Brennstoffzellenantrieb eingesetzt, um zu zeigen, dass Brennstoffzellen-Fahrzeuge eine effektive Lösung zur Reduzierung der Emissionen des Straßenverkehrs im nordwestlichen Europa darstellen können. Das teilten die Betriebe jetzt mit.

Koordiniert durch den europäischen Verband HyER (Brennstoffzellen und Elektro-Mobilität in europäischen Regionen) und unterstützt durch einen Zuschuss von insgesamt 5,5 Millionen Euro aus dem Interreg-Nord-West-Europa-Programm wurde das Projekt Hector im Januar 2019 genehmigt und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Im Rahmen des Pilot-Projektes werden sieben Abfallsammelfahrzeuge an sieben Pilotstandorten im gesamten nordwesteuropäischen Raum eingesetzt. Neben Duisburg sind auch Aberdeen (Schottland), Groningen und Arnheim (Niederlande), Herten (Deutschland), Touraine Vallee de l’Indre (Frankreich) und Brüssel (Belgien) an dem Versuch beteiligt.

In Duisburg soll ein dreiachsiger, 27 Tonnen schwerer Restmüllwagen mit Brennstoffzellentechnik unterwegs sein. „Er wird auf ganz normalen Routen im Stadtgebiet unterwegs sein und natürlich auch auf der Autobahn, wenn er den Müll zur Müllverbrennungsanlage nach Oberhausen fährt“, erklärt Volker Lange von den Duisburger Wirtschaftsbetrieben. Vorrangig sei das Fahrzeug in Wohngebieten unterwegs; später setzen die Wirtschaftsbetriebe dann auch auf dem Gelände der Duisburger Freiheit schwerpunktmäßig auf emissionsarme Antriebe. Betankt wird er an der Wasserstoff-Tankstelle von Total in Neuenkamp.

Auf diese Weise leisteten die Wirtschaftsbetriebe einen weiteren Beitrag für den Klimaschutz in Duisburg. Als Vorreiter einer internationalen Partnerschaft, die bisher auch einmalig für die Wirtschaftsbetriebe ist, profitierten die Wirtschaftsbetriebe Duisburg und die Stadt Duisburg von dieser zukunftsorientierten, emissionsreduzierten Technik im Rahmen der Europäischen Union, heißt es.

Ziel des Projektes sei es, die Fahrzeuge unter normalen Betriebsbedingungen zu testen. Während einige der Fahrzeuge in den Innenstädten betrieben werden, würden andere in ländlichen Gebieten getestet. Einige der Müllwagen würden Siedlungsabfälle nach einem festen Zeitplan abholen, andere sammelten Industrieabfälle nach einem flexiblen Zeitplan. Die im Rahmen des Projektes eingesetzten Lkw reichten von Containerfahrzeugen bis hin zu Frontladern, sowohl links- als auch rechtsgesteuert.

Tatsächlich ziele das Hector-Projekt darauf ab, Betriebserfahrung aus einer Reihe von verschiedenen Einsatzmöglichkeiten zu sammeln. „Die ersten Ausschreibungen für die brennstoffzellenbetriebenen Abfallsammelfahrzeuge des Projektes sind bereits veröffentlicht und die ersten Bestellungen werden in den kommenden Wochen erfolgen. Es wird erwartet, dass die Lieferung des Brennstoffzellen-Abfallsammelfahrzeuges der Wirtschaftsbetriebe im ersten Quartal 2020 erfolgen wird“, heißt es von den Wirtschaftsbetrieben..

HyER ist der europäische Verband für Städte und Regionen, die Elektromobilität und Wasserstoff- und Brennstoffzellenaktivitäten entwickeln. Der Verband vertritt derzeit 15 Städte und Regionen in neun Ländern in Europa.

Mehr von RP ONLINE