Duisburger Wald hat Rekordsommer 2018 gut überstanden

Nach Rekordsommer 2018 : Duisburger Wald hat Hitze gut überstanden

Die meisten Bäume im Wald im Duisburger Süden haben den Rekordsommer 2018 recht gut verkraftet. Das gilt auch für die Eichhörnchen – und für Mücken.

Der Wald im Duisburger Süden scheint die lange Trockenheit im Sommer recht gut verkraftet zu haben. „Wir stellen im Süden bisher keine dramatischen Schäden fest“, sagt Revierförster Axel Freude. Allein der Bestand an Bergahorn im Bereich der Buchholzer Zimmerstraße hat gelitten. Und einige Fichten, von denen es im Süden allerdings nicht allzu viele gibt, haben die Trockenheit schlecht verpackt.

Genaues kann der Experte erst im Frühjahr sagen, wenn die Bäume austreiben. Und selbst dann kann es noch mal vier bis sechs Wochen dauern, bis man endgültig Klarheit über den Zustand eines Baums hat. „Gut ist auf jeden Fall, dass durch die Regenfälle in der letzten Zeit die Wasserspeicher wieder aufgefüllt sind. Ein trockener und eisiger Winter wäre ganz schlecht gewesen“, sagt der Förster.

Etliche Bergahorne im Außenbereich des Buchholzer Friedhofs an der Zimmerstraße haben den heißen Sommer allerdings nicht überstanden. „Fällen war die einzige Option“, so Freude. Auch, um die anderen, gesunden Bäume drumherum zu stärken. Diese Bäume haben nun mehr Platz und mehr Licht, um sich zu entwickeln.

Vor allem geschwächte Bäume haben unter der langen Hitze gelitten. „Das ist genau wie beim Menschen“, vergleicht der Förster. Ist ein Mensch oder Baum bereits angeschlagen, kann er sich schlechter gegen Krankheitserreger oder – im Fall von Bäumen – gegen Pilze wehren. Und wer längere Zeit unter mangelhafter Ernährung leiden musste, als Baum also zu wenig Wasser abbekam, wird schneller krank.

Der Befall mit dem Rußpilz führt letztendlich zum Sterben der Ahorne. Da sich der Pilz über Sporen schnell verbreitet, ist es auch aus diesem Grund sinnvoll, ihn aus dem Bestand zu nehmen. Das Forstamt hat vorab auf Zetteln die Spaziergänger über die Baumfällungen informiert. „Für viele ist es zunächst unverständlich, dass Bäume abgeholzt werden. Das kann ich durchaus nachvollziehen. Es hört sich ja auch brutal an, wenn so ein großer Baum runterkracht“, so Freude. Durch Information versucht er, den Baumfreunden die Notwendigkeit der Fällungen nahezubringen.

Das Holz der Buchholzer Bergahorne wird industriell verwertet. Es wird zerkleinert und zu Spanplatten gepresst. Als Brennholz kommt es übrigens nicht in Frage. „Die Pilze haben eine allergene Wirkung. Es ist auf keinen Fall zu empfehlen, sich solches Holz ins Haus zu holen“, betont Freude. Eine Nachpflanzung für die gefällten Bergahorne ist zunächst nicht geplant. „Es sind wieder überall Ahorne am Start“, sagt der Förster und weist auf die winzigen Bäumchen hin, die sich selbst ausgesät haben.

Die Tierwelt ist nach Beobachtungen von Axel Freude glimpflich davongekommen. „Es geisterte vor einiger Zeit etwas über das Eichhörnchen-Sterben durch die Medien. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt der Fachmann. Die Eichhörnchen in seinem Revier erfreuen sich guter Gesundheit. Sie finden genug zu fressen, auch wenn die Eicheln in diesem Jahr etwas kleiner ausgefallen sind.

Eine andere Spezies wird sich nach Einschätzung des Försters im nächsten Sommer wieder prächtig erholt haben: die lästigen Stechmücken, die außer den Vögeln, die sich von ihnen ernähren, wohl kaum jemand vermisst hat. „Die Population ist nicht ausgestorben. Sie wird sich erholen“, ist sich der Fachmann sicher.

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