Duisburger verging sich an behindertem Mädchen

Dreieinhalb Jahre Haft : Duisburger verging sich an behindertem Mädchen

Ein 46-jähriger Duisburger wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er die behinderte Tochter seiner Ex-Lebensgefährtin missbrauchte.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilte das Landgericht am König-Heinrich-Platz einen 46-jährigen Duisburger zu drei Jahren und fünf Monaten Gefängnis. Außerdem muss er 3000 Euro Schmerzensgeld an die Geschädigte zahlen. 2008 und 2009 hatte er in Neudorf in mindestens drei Fällen die zu Beginn zehn Jahre alte, geistig und körperlich behinderte Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin missbraucht.

Spät, vielleicht etwas zu spät, hatte sich der Angeklagte am zweiten von drei Verhandlungstagen überraschend zu einem Geständnis durchgerungen. Er entschuldigte sich bei der heute 18 Jahre alten Geschädigten. „Ich weiß nicht, wie ich so sein konnte. Ich schäme mich“, sagte er. Das mag ihm nicht leicht gefallen sein. Allerdings hätte man sich gewünscht, dass er sein bis dahin hartnäckiges Bestreiten beendet hätte, bevor die Hauptbelastungszeugin die traumatischen Erlebnisse aus ihrer Kindheit vor Gericht schildern musste.

Die Zeugin hatte, trotz ihrer Einschränkungen, eine glasklar belastende Aussage gemacht, an der auch eine psychologische Gutachterin keine Zweifel hatte: Die 18-Jährige sei gar nicht in der Lage, komplexe Sachverhalte zu dramatisieren.

Was die Psychologin als „originelles Detail“ bezeichnete, sahen – mit Ausnahme des Verteidigers – alle übrigen beteiligten Juristen als besonders verwerflich an: Bei zwei der drei Taten, mit denen der Angeklagte das Kind dazu zwang, ihn oral zu befriedigen, hatte er eine Nuss-Nougat-Creme eingesetzt, um der Geschädigten Scheu und Ekel zu nehmen.

Was nicht funktionierte. Bis heute mag die junge Frau, die in ihrer Entwicklung immer noch mehr einem Kind entspricht, keine Nuss-Creme. Deutlich schlimmer ist, dass sie seit der Tat körperliche Nähe nur schwer ertragen kann.

Die Drohungen des Angeklagten, der dem Kind Schweigen auferlegt hatte, da sonst dem Mädchen oder seiner Mutter etwas passieren würde, hatten offenbar große Wirkung gehabt. Erst im vorigen Jahr hatte die Zeugin sich im Gespräch mit einem Kollegen in der Behindertenwerkstatt verplappert und sich auf dessen Drängen hin ihrer Mutter anvertraut, die sofort Anzeige erstattete.

(bm)
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