Duisburger SPD wünscht sich einen "Jupp-Krings-Platz"

Duisburger Sozialdemokraten : SPD wünscht sich „Jupp-Krings-Platz“

Der Unterbezirksparteitag lässt die Zukunft der Groko in Berlin offen.

Erstmals seit vielen Jahren eröffnete Ralf Jäger den Parteitag nicht selbst. Bekanntlich war der Duisburger Parteivorsitzender im Hinblick auf die Erkrankung seiner Frau nach 14 Jahren von diesem Amt zurückgetreten. So übernahm die Landtagsabgeordnete Sarah Philipp am Dienstagabend in der Rheinhausenhalle diesen Part. Ob sie selbst Ambitionen auf dieses Amt hat, wollte sie am Rande des Parteitags im Gespräch mit unserer Redaktion nicht kommentieren. „Dazu kann ich noch nichts sagen“, erklärte sie – und schloss damit ihre Kandidatur zumindest auch nicht aus. Wie berichtet hatte die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas vorgeschlagen, dass Sarah Philipp und Mahmut Özdemir das Amt als Duo übernehmen sollten. Dass Sarah Philipp bereits online über den Posten der Bundesvorsitzenden abgestimmt hatte, verriet sie dagegen: „Ich habe für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gestimmt.“ Zu Beginn gedachten die 171 Delegierten des Parteitages des jüngst verstorbenen Josef Krings. Ein Initiativantrag schlug vor, in Duisburg einen Ort in Uni-Nähe in „Jupp-Krings-Platz“ umzubenennen, um sein Engagement für Bildung und Kultur zu würdigen. Anschließend ergriff aber auch Ralf Jäger noch einmal das Wort. Er appellierte eindringlich an die Delegierten, als Partei inhaltliche Geschlossenheit zu demonstrieren. „Geschlossenheit ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Jäger. Die SPD sei in Duisburg die stärkste politische Kraft – und könne es auch bleiben. „Die Menschen müssen es uns aber auch ansehen, dass wir das selbst glauben“, so seine Forderung. Mit den Worten „das, was ich bin, das verdanke ich Euch, und das werde ich nicht vergssen“, verließ er unter dem Applaus des Parteitags das Rednerpult.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Halbzeitbilanz der Großen Koalition in Berlin aus Sicht der beiden Duisburger Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir. Sie stellten vor allem darauf ab, welche Erfolge die SPD in der Groko habe erzielen können, zum Beispiel bei der Grundrente mit einer Einkommens- statt einer Bedürftigkeitsprüfung, dem sozialen Arbeitsmarkt oder der Städtebauförderung, die in besonderem Maße auch Duisburg zugute komme.

Als Erfolg wertete Özdemir auch das Klimaschutzgesetz. „Die SPD ist zum Sprachrohr der Fridays-for-future“-Bewegung geworden“, befand der Abgeordnete. Allerdings wolle die SPD in vielen Bereichen noch mehr erreichen. „Aber wir haben ja immer die Graupen der CDU an den Hacken“, so Özdemir wörtlich. Ob die Groko in Berlin fortgesetzt werden soll oder nicht, ließen beide offen. Nach dem Bundestparteitag im Dezember werde man dies entscheiden.