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Duisburger SPD stellt ihre Kandidaten für die Kommunalwahl auf

Wahlkampf in Corona-Zeiten : SPD: Bekannte Gesichter nicht mehr dabei

Die SPD hat ihre Kandidaten für die Kommunalwahl aufgestellt. In einer Kampfabstimmung setzte sich Jennifer Jonczyk gegen Daniela Bäumle als Direktkandidatin für den Stadtrat durch.

In ungewohntem Rahmen – in der Mercatorhalle, mit Masken und Abstand – hat die Duisburger SPD zehn Wochen später als geplant ihre Aufstellungsversammlung für die Kandidaten zur Kommunalwahl durchgeführt. Bei den Direktkandidaten für den Rat folgten die Delegierten den Vorschlägen der Ortsvereine– bis auf einen: Im Ortsverein Obermarxloh kam es zur Kampfabstimmung, weil es dort mit der 41-jährigen Altenpflegerin Daniela Bäumle und der 26-jährigen Rechtsanwältin Jennifer Jonczyk zwei Bewerberinnen gab. Am Ende setzte sich Jennifer Jonczyk mit 84:30 Stimmen aber ziemlich deutlich durch.

Die stellvertretende Parteivorsitzende und Landtagsabgeordnete Sarah Philipp sprach von einer „bunten Mischung“ aus erfahreneren und jüngeren Kandidaten. Unsere Kandidaten sind vielfältig, was Alter, Beruf, Herkunft und Geschichte betrifft. Eine Vielfalt, auf die wir sehr stolz sind.“ Mit der DGB-Regionschefin Angelika Wagner und dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden Herbert Mettler treten zwei bekannte Akteure nicht mehr an, Theo Peters und Herbert Eickmanns waren wie berichtet während der laufenden Wahlperiode verstorben.

Die Reserveliste wird von Fraktionschef Bruno Sagurna angeführt, gefolgt von Andrea Demming-Rosenberg, Manfred Osenger, Susanne Zander, Manfred Krossa und Daniela Bäumle. Bei der Wahl 2014 hatte die SPD 35 der 36 Wahlbezirke direkt geholt.

Der Wahlkampf sei in Corona-zeiten schon etwas Besonderes, betonte Sarah Philipp. „Wir können beides: offline und online“, erklärte sie. Ein Internetauftritt könne aber keinen Info-Stand und kein Thekengespräch ersetzen. Oberbürgermeister Sören Link lobte die Erfolge der vergangenen Jahre, unter anderem auf dem Wohnungsmarkt. So gebe es in Duisburg ausreichend bezahlbaren und guten Wohnraum, gleichzeitig locke man mit Baugebieten wie dem Angerbogen, 6-Seen-Wedau oder dem Mercatorquartier auch besser verdienenden Familien eine Perspektive. Link dankte ausdrücklich den Einsatzkräften von Ordnungsamt und Polizei und verteidigte sie vor dem Vorwurf eines latenten Rassismus. Fehler müsse man klar benennen, grundsätzlich verdienten die Einsatzkräfte aber Achtung und Respekt. Erneut forderte der OB das Land auf, bei der Frage der kommunalen Altschulden den Städten endlich zu helfen.

Zum Auftakt hatte Sarah Philipp die „gute Arbeit“ der Stadt und von Oberbürgermeister Sören Link in der Corona-Krise gelobt. Das Land NRW mit Armin Laschet an der Spitze habe ganz im Gegensatz dazu erst „zögerlich“ und dann „chaotisch“ reagiert. „Die Landesregierung hat vor allem Lehrer und Erzieher im Stich gelassen“, kritisierte Sarah Philipp. Laschet habe mehr Einsatz für die Fußball-Bundesliga als für Familien gezeigt. „Da, wo Laschet versagt hat, ist Sören vorgegangen“, erklärte sie.

(mtm)