Duisburger Rat: Aus für Altholzkraftwerk - Millionen für den Zoo

Ratssitzung: Aus für Altholzkraftwerk – Millionen für den Zoo

Das von der STEAG-Tochter New Energies geplante Altholzkraftwerk wird in Duisburg nicht gebaut, weder auf dem Logport VI-Gelände in Walsum noch auf dem Kohlekrafwerks-Standort direkt daneben. Das verkündete Oberbürgermeister Sören Link am Montag bei der Ratssitzung.

„Wir haben klare Signale sowohl von duisport als auch von der STEAG, die wir so interpretieren, dass das Kraftwerk nicht in Duisburg gebaut wird“, so Link. Der Rat müsse demnach in dieser Sache auch nicht mehr tätig werden und keinen Bebauungsplan für das Logport-Gelände aufstellen, der ein Altholzkraftwerk unmöglich gemacht hätte.

Für Verwirrung bei so manchem Ratsmitglied hatte am Montag die E-Mail des Steuerberaters Jürgen Ortmüller aus Hagen gesorgt, der dabei steuerberechtliche Bedenken bei der Neustrukturierung des Duisburger Zoos geäußert hatte. OB Link sorgte hier schnell für eine Klarstellung: Ortmüller sei Geschäftsführer des Wal und Delfinschutz-Forums, dass sich uner anderem rigoros gegen die Haltung von Delfinen in Zoos ausspricht. „Unser Wunsch ist die Erhaltung und eine gute Zukunft für den Zoo. Ich bezweifle, dass das bei Herrn Ortmüller dasselbe Interesse ist“, sagte Link. Danach stimmte der Rat einstimmig der Neustrukturierung des Zoos zu. SPD-Fraktionschef Bruno Sagurna sagte, die SPD können sich ein Duisburg ohne Zoo nicht vorstellen. „Der Zoo soll weiter ein Aushängeschild unserer Stadt bleiben“, so Sagurna. Das sah auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler so. „Wir haben hier einen mittelfristigen Finanzplan, der uns sehr solide erscheint“, lobte Enzweiler. Wie berichtet soll der Zoo unter die Fittiche der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) genommen werden.

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Dabei soll der Zoo in eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) umgewandelt werden und das Eigenkapital durch das DVV-Engagement auf 15 Millionen Euro aufgestockt werden. Dies nun wieder ermöglicht dann eine Kreditaufnahme von etwa 76 Millionen Euro in den nächsten 25 Jahren, um den Zoo wieder fit für die Zukunft zu machen – zum Beispiel mit neuen, größeren Gehegen, Neubauten des Affen- und des Elefantenhauses und einer generellen Attraktivitätssteigerung des Tierparks am Kaiserberg.

Mehrheitlilch stimmte der Rat auch für den Einsatz von Streetworkern zur Betreuung der Alkoholiker- und Drogenszene in der Innenstadt und im Kantpark. Anderthalb Stellen, befristet auf 18 Monate, sind dafür nun zunächst bewilligt worden. Dezernent Ralf Krumpholz erklärte, dass die Stadt diese Arbeit auch danach fortführen wolle. Bedarf gebe es sicher auch an anderen Stellen und für einen längeren Zeitraum, gestand OB Link ein: „Aber wir fangen jetzt richtig an und tun was.“

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