Duisburger Lehrer treten in den Warnstreik

Tarifverhandlungen: Lehrer treten in den Streik

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die tarifbeschäftigten Lehrkräfte in Duisburg für kommende Woche Donnerstag zum Streik aufgerufen. Die Tarifverhandlungen mit den Ländern laufen zäh.

Schüler und Eltern müssen sich in der kommenden Woche auf mehr Unterrichtsausfall einstellen als ohnehin schon üblich. Hintergrund ist der Streikaufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Weil die zweite Runde der Tarifgespräche mit den Ländern ergebnislos verlaufen ist, wird es am kommenden Donnerstag zu einem Warnstreik kommen.

„Wir wollen damit ein Signal in Richtung Arbeitgeber senden“, sagt Norbert Müller, Vorsitzender der GEW in Duisburg. „Wir denken, dass ein Warnstreik dafür das richtige Mittel ist. Rund 20 Prozent der Lehrkräfte in Duisburg seien keine Beamte, sondern tarifbeschäftigt. „Wenn die in den Streik treten, wird das schon spürbar sein.“

Die GEW fordert in den laufenden Verhandlungen sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro. Darüber hinaus will sie Verbesserungen bei der Eingruppierung angestellter Lehrkräfte durchsetzen. Ziel ist die Einführung einer sogenannten Paralleltabelle.

„Damit wollen wir zumindest die nominelle Gleichstellung in der Bezahlung von angestellten und verbeamteten Lehrkräften erreichen“, erläutert Gabriele Wegner, Leiterin des Arbeitskreises Tarifbeschäftigte bei der GEW, das Vorhaben. „Das aktuelle Modell ist ja himmelschreiend ungerecht. Das übergeordnete Ziel ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“

Geht es nach der Gewerkschaft werden die angestellten Lehrer in Duisburg mit dem Schulbeginn am kommenden Donnerstag ihre Arbeit niederlegen. Eine zentrale Streikaktion wird an der Sekundarschule Rheinhausen stattfinden. Der Duisburger Warnstreik ist Teil einer Reihe von Aktionen, die die Gewerkschaft bis zur nächsten Verhandlungsrunde Ende Februar in allen NRW-Regierungsbezirken durchführen will. „Wir rechnen damit, dass auch Lehrer aus Wesel, Essen und Oberhausen an unseren Aktionen teilnehmen.“

Damit die Streiks nicht wirkungslos verpuffen, sind die angestellten Lehrer auch auf die Unterstützung ihrer verbeamteten Kollegen angewiesen. „Die dürfen zwar nicht streiken“, sagt GEW-Chef Müller. „Wir wünschen uns aber, dass sie aus Solidarität zumindest nicht die Stunden übernehmen, die ausfallen, weil angestellte Kollegen an Streikaktionen teilnehmen.“ Den verbeamteten Kollegen komme das Engagement der Angestellten letztlich ja auch zugute. „Am Ende werden die Gehälter der Beamten ja an das Verhandlungsergebnis angeglichen, das die Angestellten erstritten haben.

Im Hinblick auf die dritte Verhandlungsrunde geben sich die Gewerkschaftsvertreter kämpferisch. Sollte Ende Februar keine Bewegung in die Gespräche kommen, habe man noch weitere Eskalationsstufen im Köcher. „Wenn die Gespräche scheitern, können wir uns vorstellen, dass es zu konzentrierten Aktionen gemeinsam mit anderen Gewerkschaften wie zum Beispiel Verdi kommen wird“, sagt Müller.

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