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Duisburg: Duisburger half beim Drogenanbau

Duisburg : Duisburger half beim Drogenanbau

Mann (25) richtete mit Bekanntem in Österreich eine Cannabis-Plantage ein.

Wegen Beihilfe zum Drogenhandel verurteilte das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz gestern einen 25-jährigen Homberger zu sechs Monaten mit Bewährung. Im Sommer 2015 hatte er bei einem längeren Aufenthalt in Österreich einem Bekannten geholfen, eine kleine Cannabis-Plantage in dessen Wohnung einzurichten. Zwar ist der Konsum in der Alpenrepublik seit Januar 2016 nicht mehr strafbar, der Anbau und der Besitz größerer Mengen aber - wie in Deutschland - schon.

Gemeinsam hatten die Männer in Bruck an der Mur neun Cannabis-Pflanzen erstanden. Dazu erwarben sie das notwendige technische Equipment wie Heizstrahler und Lüfter, um die empfindlichen Pflänzchen zu hegen. Gemeinsam hatten sie das alles per Auto zur damaligen Adresse des Haupttäters gebracht.

Der Angeklagte, der ein rückhaltloses Geständnis ablegte, gab auch zu, dass er zunächst zugestimmt hatte, bei Abwesenheit des Freundes zur Gießkanne zu greifen - bevor er es sich anders überlegte und überstürzt nach Duisburg zurück reiste, weil er mit dem Verkauf von Drogen nichts zu tun haben wollte. Seine Mitwirkung an dem Transport der Mini-Plantage begründete der Angeklagte, der bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, auf geradezu rührend naive Weise: Er sei im Bekanntenkreis der einzige gewesen, der einen Führerschein gehabt habe.

Hoch verschuldet hatte der junge Mann 2016 eine Privatinsolvenz eingeleitet. Dennoch zahlt der 25-Jährige von seinem nicht gerade üppigen Einkommen als Lagerist monatlich 246 Euro Unterhalt für die elf Monate alte Tochter, die bei der Mutter lebt. Einer der Punkte, die den Staatsanwalt positiv beeindruckten: "Das zeigt, dass sich der Angeklagte in jeder Hinsicht seiner Verantwortung stellt. Ich habe keinen Zweifel, dass er zukünftig keine Straftaten mehr begehen wird." Auch das Schöffengericht stellte dem Angeklagten eine positive Sozialprognose aus. Zwei Jahre lang muss sich der 25-Jährige nun einwandfrei führen, will er nicht doch noch für ein halbes Jahr hinter Gittern landen.

(RP)