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Duisburger Güterbahnhofsgelände: Entwicklung mit digitaler Bürgerbeteiligung

Wie es mit der ehemaligen „Freiheit“ weitergeht : Bürgerbeteiligung nur noch digital

In einem Wettbewerb soll in den nächsten Monaten festgelegt werden, wie das ehemalige Güterbahnhofsgelände künftig genutzt werden soll. Auftakt ist in diesem Sommer, im zweiten Quartal 2021 soll das Ergebnis feststehen.

Der Name wird sich ändern. Das unter der Bezeichnung „Duisburger Freiheit“ bekannte ehemalige Güterbahnofsgelände firmiert nun als „Stadtquartier Am Alten Güterbahnhof“, soll aber nach Abschluss eines städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs eine neue „Marke“ erhalten. Das sieht die Planung für die Entwicklung des Areals vor, die der Rat der Stadt Duisburg in seiner nächsten Sitzung am Montag, 15. Juni, auf den Weg bringen soll. Dabei geht es vor allem um den weiteren Beteiligungs-, Kommunikations- sowie Planungsprozess. Aufgrund der Corona-Pandemie und den dadurch einschränkenden Maßnahmen im öffentlichen Leben sei die „bislang angedachte und kommunizierte Durchführung der Prozesse vorerst nicht möglich“, teilte die Stadt am Dienstag mit.

Seitens der Stadt Duisburg sowie der GEBAG wurde mit Unterstützung des Büros Faltin + Sattler, FSW Düsseldorf, daher ein neues Konzept zur Beteiligung und Planung ausgearbeitet. Dieses sieht vor, ein Wettbewerbsverfahren mit integrierter und fortlaufender Bürger-Onlinebeteiligung – anstatt der klassischen Bürgerbeteiligung – durchzuführen. Über die Website soll zukünftig über die laufenden Prozesse informiert und ermöglicht werden, sich immer wieder daran zu beteiligen und zu arbeiten.

Oberbürgermeister Sören Link begrüßt das neue Konzept. „Vor dem Hintergrund der momentanen Situation gelingt es uns so, die Duisburgerinnen und Duisburger nicht nur in den Beteiligungsprozess einzubinden, sondern auch fortlaufend und transparent über den Fortgang zu informieren. Ich bin sehr gespannt auf diesen neuen Onlinedialog.“ Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer ergänzt: „Im vergangen Jahr konnten wir mit den ersten Beteiligungsformaten beginnen. Die dabei gesammelten Anregungen und Ideen wollen wir jetzt konsequent weiterverfolgen.“

Das neue Konzept sieht vor, ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren über die Laufzeit von zehn bis zwölf Monaten durchzuführen. Bis zu 15 Landschaftsplaner sollen sich daran beteiligen können, die Top 6 kommen dann in eine Endausscheidung.

Der beste Entwurf aus dem Wettbewerbsverfahren, der im Dialog und unter transparenter Beobachtung der Öffentlichkeit entstehe, soll ab dem Sommer 2021 dann zur Basis aller weiteren Planungsaktivitäten werden, so die Stadt. Eine Jury aus Vertretern der Stadt Duisburg, der Politik, der Gebag und für die jeweiligen Fachthemen hinzugewonnenen Experten werden das Gesamtverfahren begleiten. Sie soll vor dem Hintergrund der Anregungen der Bürger sowie der ständigen Beobachtung und Meinungsbildung der Öffentlichkeit den bestmöglichen Weg kommentieren, steuern und eine Auswahl des besten Städtebauentwurfs aus dem Wettbewerb treffen. Planungsdezernent Martin Linne betont: „Eine digitale Form der Beteiligung bietet den Vorteil, dass allen die Möglichkeit gegeben wird, sich unabhängig und ununterbrochen über den Planungsprozess zu informieren sowie daran zu beteiligen. Das ist sehr wichtig, da ein breiter und offener Beteiligungsprozess mithelfen wird, eine qualitätsvolle Entwicklung des Areals zu realisieren.“

Die nächsten Schritte: Sofern der Rat der Stadt das neue Konzept beschließt, könnte die entsprechende Website im Juli online geschaltet und die Beteiligungsschritte eingeleitet werden. Im weiteren Verlauf werde dann der städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerb gestartet.