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Duisburger Grünen hoffen auf Direktmandate bei der Kommunalwahl

Kommunalwahl 2020 : Duisburger Grüne hoffen auf Direktmandate

Auch Claudia Roth und Robert Habeck wollen im Wahlkampf helfen und nach Duisburg kommen. Erklärte Wahlziele sind ein besseres Abschneiden als 2014 und die Verhinderung einer Neuauflage der großen Koalition.

„Weitergehen, wo andere stillstehen“ – mit diesem Slogan und einer verjüngten Spitze gehen die Duisburger Grünen in den Wahlkampf für die Wahl am 13. September. Die beiden 33-jährigen Anna von Spiczak und und Felix Lütke führen die Reserveliste der Partei an, Birgit Beisheim ist grüne Spitzenkandidatin für das „Ruhrparlament“. Das grüne Spitzentrio stellte am Mittwoch das Programm und die Ziele für die Wahl vor. 2014 wurden die Grünen bei der Kommunalwahl in Duisburg mit 7,4 Prozent drittstärkste Kraft und sicherten sich so sechs Sitze im Stadtrat. Diesmal sollen es deutlich mehr werden. Birgit Beisheim steht auf Listenplatz 15, möchte aber eigentlich lieber ihre ganze Kraft künftig der RVR-Verbandsversammlung widmen.

Dabei schielt die Partei auch auf das eine oder andere Direktmandat – etwa im Bereich in Duissern/Neudorf, aber auch in Bissingheim. Bei der Wahl 2014 hatte es nicht für ein Direktmandat gereicht: Hier sicherten sich 35 von 36 Direktkandidaten der SPD einen Sitz im Rat, ein Direktmandat ging an die CDU. Mit einem eigenen guten Abschneiden wollen die Grünen auch auf ein Ende der großen Koalition im Rat hinarbeiten. „Wir werden mit allen demokratischen Parteien reden“, sagt Anna von Spiczak. Die in Huckingen wohnende wissenschaftliche Mitarbeiterin der grünen Landtagsfraktion ist bereits seit 2014 bereit und wird nun als Fraktionssprecherin den Part von Claudia Leiße übernehmen, die bekanntlich nicht mehr für den Rat kandidiert. Inhaltlich setzt die Partei auf die bekannten grünen Themen Umwelt, Klima- und Naturschutz, sozial-ökologischen Wandel und hat dafür ein konkretes Programm mit über 30 Projekten erarbeitet. Dabei geht es unter anderem um die Wiedereinführung eines Umweltdezernates in der Verwaltung, die Installierung einer neuen Baumschutzsatzung, die Forderung nach einem Online-Flächenkataster, die Einführung einer „Duisburg Card“ zur einfacheren Teilhabe an Bildungs-, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten auch für Geringverdiener und dem Einsatz neuer Rohstoffe in der Industrie wie auch dem Wasserstoffeinsatz in der Stahlproduktion.

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Darüber hinaus werde der Bereich Wohnen und Mietpreise immer mehr zu einer sozialen Frage. „Duisburg hat preiswerten Wohnraum. Wir müssen aber Sorge dafür tragen, dass das auch so bleibt“, so Felix Lütke. Er sehe die Gefahr, dass die Mieten im Duisburger Süden, aber auch in Neudorf oder Duissern, immer weiter steigen. Das sieht Birgit Beisheim ähnlich: „Wenn jetzt am alten Angerbach Grundstückspreise von 730 Euro pro Quadratmeter verlangt werden, ist das gefährlich. Kinder von im Duisburger Süden lebenden Eltern, die auf Eigentumssuche sind, müssen schon in anderen Städten nach geeigneten Wohnraum suchen.“

Wahlkampf in Corona-Zeiten heißt für die Grünen auch, noch stärker als bisher auf soziale Medien wie Facebook oder Instagram zu setzen. Klassische Infostände, Haustürbesuche oder Kundgebungen mit einer Bühne seien da schwierig umzusetzen. „Robert Habeck und Claudia Roth haben ihr Kommen angekündigt. In welcher Form sie uns dann im Wahlkampf unterstützen, steht noch nicht fest“, so Lütke.

(mtm)