Duisburger Freiheit: Gelände ist gerodet worden

„Duisburger Freiheit“ : Alter Masterplan wird mit neuem Leben gefüllt

Das Gelände der „Duisburger Freiheit“ ist komplett gerodet werden. Gebag und Verwaltung planen hier nun neu.

Fast sieht es so aus, als seien bereits Vorbereitungen für die Baureifmachung auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände getroffen worden. Die 30 Hektar große Fläche – das entspricht immerhin 42 Fußballfeldern – ist in den vergangenen Tagen komplett gerodet worden. Erst jetzt, wo Sträucher, Gräser, kleinere Bäume und andere Pflanzen verschwunden sind, lässt sich die Größe des innerstädtischen Grundstücks optisch erfassen. Bekanntlich hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag das Gelände von dem Berliner Unternehmer Kurt Krieger gekauft, der dort zunächst ein Möbelhaus errichten und später auf ein Designer Outlet Center (DOC) umschwenken wollte. Letzteres scheiterte bekanntlich am Bürgerentscheid.

Nun werden die Uhren wieder zurückgedreht: Der 2009 von Norman Foster entwickelte Masterplan „Duisburger Freiheit“ steht nun wieder im Fokus des Interesses. Dabei soll es ein „Update“ der ursprünglichen Entwicklungsidee geben. Der Rat der Stadt wird daher in seiner Sitzung am Montag die Verwaltung beauftragen, gemeinsam mit der Gebag einen „Entwicklungsprozess“ für die „Duisburger Freiheit“ vorzubereiten. Zudem soll geprüft werden, ob vorlaufend bereits vorbereitende Untersuchungen und Maßnahmen zur Baureifmachung, Sicherung und Erschließung der Fläche getroffen werden können. Die jetzt vorgenommene Rodung des „wilden Biotops“ – noch vor der Brutzeit der Vögel – könnte da wohl schon ein erster Schritt gewesen sein.

Der Foster-Plan für die „Duisburger Freiheit“ sah einen großen Park in der Mitte vor, an den Rändern flankiert von Gebäuden entlang der Bahnstrecke beziehungsweise der Autobahn 59. Vorgesehen dafür waren sowohl Büros und Dienstleistungen, aber auch Wohnungen und Gewerbe. Nun soll dieser Masterplan noch einmal angepasst und überarbeitet werden. Dabei ist noch offen, wie genau die Flächen im Detail künftig entwickelt und genutzt werden sollen. So soll noch einmal der Frage nachgegangen werden, ob ein urbanes Quartier mit Büros und Wohnungen trotz der unmittelbaren Nähe der Autobahn und den Gleisen überhaupt realisierbar ist.

Das Grün ist weg: Diese rund 30 Hektar große Fläche soll nun neu entwickelt werden. In der Mitte ist die Loveparade-Gedenkstätte zu erkennen. foto: Reichwein. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Außerdem soll geprüft werden, ob die vorhandene „Insellage“ so bestehen bleiben soll oder ob eine Vernetzung mit umliegenden Projekten wie Innenstadt/Mercatorviertel, Wedau-Süd und -Nord, Rheinpark, Grüner Ring, Internationale Gartenausstellung (IGA) und dem „Bifunda“-Grundstück nicht sinnvoll wäre. Auch die Frage der Vergabe an Investoren, Bauträger oder Projektentwickler soll jetzt geklärt werden. Die Duisburger Loveparade-Gedenkstätte soll in die Gesamtplanung integriert werden. Eine neue Marketingstrategie für das Projekt schließt sich dann an.

Um die „Duisburger Freiheit“ auch zukunftsfähig aufzustellen, gibt es in einer Vorlage der Verwaltung für den Rat eine ganze Reihe von Schlagwörtern und Begriffen, die erst einmal mit Leben gefüllt werden müssen: Die Rede ist von „zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitsformen“, Ökologie und Klimaschutz, „Green Buildings“, Digitalisierung, „Smart Home“, „Smart Office“, regionale Vernetzung, Digitalisierung und „zukunftsfähige Mobilitätsformen“. Auch der Begriff „Flughafen City“ wird gebraucht, um auf die verkehrsgünstige Lage zu verweisen. Im Gespräch mit der RP hatte IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger den Begriff „Airport City“ vorgeschlagen, um das Areal nach außen hin besser vermarkten zu können.

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