Duisburger Filmwoche: 24 Filme aus 430 Einreichungen - das Porgramm

Festival in Duisburg : Neue Akzente bei der Filmwoche

Das Duisburger Dokumentarfilmfestival wird in diesem Jahr erstmals von Gudrun Sommer und Christian Koch geleitet. Das Duo setzt neue Akzente, hält an der bewährten Struktur jedoch fest.

Das Motto der 43. Duisburger Filmwoche, die am Montag, 4. November, 20 Uhr, mit dem Film „Hambi – Der Kampf um den Hambacher Wald“ von Lukas Reiter im Filmforum eröffnet wird, klingt beklemmend: „Wer erstickt, wo wir atmen?“ Dabei besteht für Beklommenheit kein Grund, wie am Mittwoch bei der Pressekonferenz deutlich wurde. Gudrun Sommer und Christian Koch, die nun die Nachfolge von Werner Ruzicka angetreten haben, der die Filmwoche von 1985 bis zum vergangenen Jahr geleitet hatte, machen einen optimistischen Eindruck. Sie haben durchaus Grund dazu: Die bisherigen Honorarstellen wurden auf Initiative von Dezernent Thomas Krützberg in feste Stellen umgewandelt. Und in den vergangenen Wochen gab es viele Hilfestellungen von privaten Einrichtungen, die die Filmwoche mit Inseraten für den Katalog oder verschiedenen Zuwendungen unterstützen.

Zusätzlich zu den Auszeichnungen, die Arte und 3sat vergeben und für die die Kultursender jeweils eine Jury stellen, wird zukünftig der Preis der Stadt Duisburg für kürzere oder mittellange Dokumentarfilme würdigen. Für die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung sind alle Festivalbeiträge mit einer Länge von bis zu 65 Minuten nominiert. Und nach wie vor wird es den Nachwuchspreis des Landes NRW und den von der Rheinischen Post gestifteten Publikumspreis für den beliebtesten Film des Festivals geben.

Nicht nur die Leitung des Festivals ist neu, sondern auch die Auswahlkommission, die aus 430 Einreichungen 24 Festivalfilme ins Programm aufgenommen hat. An einem neuen Ort wird in diesem Jahr auch das Festivalzentrum eingerichtet. Es befindet sich im Ladenlokal „Kurszeit“ am Dellplatz 11/Dellstraße 1a. Dort gibt es auch die Festivalkarten (Einzelkarten, Tageskarten und Festivalkarten). Die Diskussionen nach den Filmaufführungen finden im Diskussionssaal im Josephshaus statt. Die größeren Empfänge sind in diesem Jahr in der St. Josephskirche und in der Galerie Jetzt am Dellplatz, der Filmwerkstatt des Filmforums und dem Künstler- und Atelierhaus Goldstraße 15 – allesamt Orte, die nur wenige Schritte vom Filmforum entfernt sind (es wird beim Festival Hinweisschilder geben).

Die Ausschnitte, die bei der Pressekonferenz gezeigt wurden, machen auf das Festival neugierig. Da ist nicht nur der spektakuläre Eröffnungsfilm über den „Kampf um den Hambacher Wald“ (die RP berichtete), sondern auch Dokumentationen über unbekannte Lebensräume und Lebensentwürfe. Beispielsweise über türkische Männerbündnisse mit zweifelhaften Ideen („Another Reality“) oder auch über das schwere Leben von Pilzsammlern in den rumänischen Karpaten („Olanda“).

Info: www.duisburger-filmwoche.de

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