Duisburger Apotheker melden Probleme bei der Impfstoffversorgung

Grippewelle : Probleme bei der Impfstoffversorgung

In einzelnen Apotheken und Arztpraxen in Duisburg und Umgebung werden Grippeimpfstoffe knapp. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Apothekerkammer spricht von einer „Verknappung“.

Wer sich in diesen Tagen bei seinem Hausarzt gegen Grippe impfen lassen möchte, könnte sich letztlich umsonst auf den Weg machen. In einzelnen Arztpraxen und Apotheken in Duisburg und Umgebung ist Grippeimpfstoff derzeit Mangelware. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

„Wir beobachten bei der Impfstoffversorgung derzeit tatsächlich einige Probleme“, sagt Dr. Stefan Derix, Geschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein. Daraus abzuleiten, dass die gesamte Stadt oder sogar die gesamte Region derzeit unterversorgt wäre, sei allerdings nicht angebracht. „Es kann sein, dass in einer Praxis der Impfstoff ausgeht, in der nächsten Apotheke oder der Praxis zwei Straßen weiter gleich Kistenweise Impfstoff vorrätig ist“, sagt Derix. „Wir sprechen deshalb von einer ,Verknappung’.“

Im Gegensatz zu anderen Arzneien sei die Versorgung mit Grippe-Impfstoffen besonders herausfordernd. „Das liegt zum einen an der Beschaffenheit der Impfstoffe im Allgemeinen“, sagt der Apotheker. „Grippemittel werden Jahr für Jahr neu produziert und auf die derzeit grassierenden Virus-Typen abgestimmt. Es sei deshalb nicht so einfach, eine ungewöhnlich starke Nachfrage aus Lagerbeständen zu bedienen, wie man es zum Beispiel bei Kopfschmerzmitteln tun könne.

Außerdem, so Derix, orientierten sich sowohl die Arzneimittelhersteller bei ihrer Produktionsmenge als auch die Ärzte und Apotheker bei ihren Bestellungen an Erfahrungswerten aus den Vorjahren. „Dass die Grippemittel nun vereinzelt knapp werden, kann also auch an einer gestiegenen Nachfrage in einzelnen Regionen liegen.“ Im vergangenen Jahr habe es eine ungewöhnlich starke Grippewelle gegeben. „Ich kann mir also vorstellen, dass sich deshalb in diesem Jahr mehr Patienten gegen das Virus impfen lassen möchten.“

Einen weiteren Grund für mögliche Versorgungsengpässe hat Derix in offenen Abrechnungsfragen ausgemacht, die besonders die Ärzteschaft in den vergangenen Monaten beschäftigt habe. „Es bestand in diesem Jahr über lange Zeit Unklarheit darüber, ob die Krankenkassen die Versorgung mit einem bestimmten Vierfach-Grippeimpfstoff übernehmen würden“, sagt der Apotheker. „Ich kann mir vorstellen, dass das dazu geführt hat, dass einzelne Ärzte zurückhaltender bei ihrer Impfstoffbestellung waren.“ Schließlich könne es sich kein Arzt leisten, Impfstoff auf Vorrat zu bestellen, den man am Ende dann gar nicht benutzen könne.

Wer unsicher ist, ob sich der Weg zum Arzt lohnt, dem empfiehl Derix im Vorfeld einfach telefonisch nachzufragen, ob noch genügend Impfstoff vorrätig ist. „Die Ärzte sind, was dieses Thema angeht, sensibilisiert. Sie werden ihren Patienten sicherlich sehr gerne Auskunft erteilen.“ Und wenn es keinen Impfstoff mehr gebe, lohne es sich sicherlich beim nächsten Hausarzt nachzufragen. „Wie gesagt: Wir sprechen derzeit von Verknappung. Soweit, dass nirgendwo mehr Impfstoff zu bekommen ist, sind wir sicherlich noch nicht.“

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