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Duisburger Akzente: Erfolgreiche Lesung „vom Glück des Scheiterns“

Duisburger Akzente : Erfolgreiche Lesung „vom Glück des Scheiterns“

Im Rahmen der Duisburger Akzente fand jetzt eine Lesung mit Musik von und mit den Gebrüdern Feldhoff im Ruhrorter Maximilianhaus statt.

Der Titel der Veranstaltung von letzter Woche im Kreativquartier Ruhrort deutete es schon an: Denn die Lesung mit Musik „Vom Glück des Scheiterns“ von und mit den Gebrüdern Feldhoff sollte bereits bei den Akzenten zum Thema „Glück“ 2020 stattfinden. Doch daraus wurde aus bekannten Corona-Gründen nichts. Umso mehr freuten sich der Autor Heiner Feldhoff und der Pianist Martin Feldhoff „über den schönen Einfall vom Quartiersmanager Heiner Heseding“, sie nun noch einmal für das diesjährige Akzente-Festival nach Duisburg-Ruhrort einzuladen.

Aufgewachsen sind die Brüder in Duisburg-Beeck. Heute aber lebt der ältere von beiden, nämlich Heiner Feldhoff, im Westerwald, der andere, Martin Feldhoff, dagegen in Mülheim an der Ruhr. Trotzdem kommen beide regelmäßig zusammen, um als Duo auf verschiedenen Veranstaltungen aufzutreten – wie eben auch jetzt wieder im Ruhrorter Maximilianhaus der Katholischen Kirchengemeinde St. Maximilian.

Den Takt der Literaturveranstaltung gab Heiner Feldhoff vor, indem er aus seinen verschiedenen Veröffentlichungen las, darunter die Bücher „Waffelbruch“ (1996), „Die Sonntage von Duisburg-Beeck“ (2018) und „Nietzsches Freund“ (2008). Für überbrückende Zwischentöne sorgte sein Bruder auf dem Flügel, darunter Piano-Arrangements von „Yesterday“ von den Beatles, „House oft he Rising Sun“ von den Animals und „As Tears Go By“ von den Rolling Stones.

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„Waffelbruch“ ist ein Langgedicht, das eine Mischung aus Süßigkeiten und Bitterstoffen der Jugendzeit ist, die sich, Jahrzehnte später, als Essenz eines ganzen Lebens erweist. Geschrieben ist der Gedichtband in Form von Aphorismen, Short Stories und kleinen Versen – sprachverliebt mit viel Sprachwitz. Seine autobiografischen Skizzen, wie Feldhoff „Die Sonntage in Duisburg-Beeck“ bezeichnet, werfen einen Blick zurück in sein Geburtsjahr 1945 und die späteren 1950er Jahre des besagten Duisburger Stadtteils. Darin erzählt er vom dramatischen Bombardement Duisburgs durch die Alliierten zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wo er noch „Im Bunker des Mutterleibs“ war, aber auch von weniger Dramatischem, so nämlich vom schrecklichen Fassonschnitt, dem ihm die Friseurin Vera einst verpasst hatte, obwohl er doch einen Rundschnitt haben wollte.

Dass Heiner Feldhoff auch als Übersetzer arbeitet, stellte er mit dem druckfrischen Essay „Vom Wandern“ (2022) von Henry David Thoreau unter Beweis, den er aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche übersetzt und mit einem Nachwort versehen hat. Feldhoff spricht bei diesem Buch von einer „metaphysischen Schrift“. Am Ende der Veranstaltung spendeten die etwa 30 anwesenden Besucherinnen und Besucher kräftigen und betont freundlichen Beifall – was natürlich sehr nach dem Geschmack des Veranstalters und der beiden Künstler war.