Duisburger Akzente 2019: Sehenswerte Ausstellung in der Salvatorkirche

Duisburger Akzente: „Lautes & Leises“ in der Kirche

Zu den Akzenten trägt die Salvatorkirche eine sehenswerte Ausstellung bei.

An den Wänden des großen gotischen Gotteshauses am Burgplatz finden sich jetzt insgesamt 29 Werke des Essener Künstlerpaares Karin Brosa, geboren 1978 im oberschwäbischen Tettnang, und Robert Matthes, geboren 1982 im thüringischen Rudolstadt. Für das Laute stehen dabei eher die Gemälde, für das Leise mehr die Grafiken. Die hyperrealistischen Werke zeigen gesellschaftskritische und religiöse Aspekte. Zum Teil können sie irritieren, vor allem in einer Kirche, etwa wenn Jesus mit Donald-Duck-Schnauze dargerstellt wird oder sein Heiligenschein die Form eines Labyrinths hat. Es gibt auch immer wieder Zitate aus der Kunstgeschichte, etwa von dem Luther-Freund Lucas Cranach oder nach jenem Bild aus der Schule von Fontainebleau, das zwei nackte Damen zeigt, deren eine der anderen in eine Brustwarze kneift.

„Eine Stadtkirche muss sich auseinandersetzen mit dem, was in der Welt passiert“, meint Salvator-Pfarrer Martin Winterberg, der Brosa und Matthes bei einer Gruppenausstellung im Kunstverein Duisburg entdeckt hat. Im Christentum sieht er eine positive Utopie: „das, was sein wird, verwirklicht sich zum Teil schon“. So seien die ausgestellten Werke „schreiend, aber mit Licht“, zum Beispiel wenn von oben ein Stück Himmel hereinscheint, als Zeichen der Hoffnung.

Der Humor kommt aber auch nicht zu kurz, etwa in Karin Brosas Zeichnungen „Coleoptera“, das sind hier maschinell optimierte Käfer. Eröffnet wird die sehenswerte Schau am kommenden Sonntag, 17. März, anschließend an den Gottesdienst um 10 Uhr, in dem Pfarrer Winterberg über die Gemälde „Picknick im Grünen“ von Karin Brosa und „Translator“ von Robert Matthes predigen wird.

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt zu den üblichen Öffnungszeiten der Salvatorkirche zugänglich, also dienstags bis samstags von neun bis 17 Uhr und sonntags bis 13 Uhr.

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