Duisburg: Klassisches zum Start der Tocatta-Orgelkonzerte

Der 1970 im niederländischen Maastricht geborene Organist Léon Berben gastierte in der Merctorhalle.

Die neue Konzertsaison 2018/19 in der Duisburger Philharmonie Mercatorhalle begann diesmal mit der ersten Ausgabe der längst beliebten Reihe „Toccata – thyssenkrupp-Orgelkonzerte“. Zu Gast war der 1970 im niederländischen Maastricht geborene Léon Berben, der seit langem in Köln lebt. Er gab ein ganz klassisches Orgelkonzert.

Im Mittelpunkt standen vier monumentale Werke von Johann Sebastian Bach, nämlich die Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 (die laut Musikwissenschaft wahrscheinlich gar nicht von dem großen Thomaskantor ist), das Ricercar à 6 aus dem „Musikalischen Opfer“ BWV 1079 (in einer Bearbeitung für Orgel von Bachs Schüler Johann Friedrich Agricola), das Choralvorspiel „Schmücke dich, o liebe Seele“ BWV 564 sowie die Passacaglia und Fuge (über ein Thema von André Raison) c-Moll BWV 582. Dazu kamen fünf weitere Choralvorspiele, nämlich vier romantisch-neobarocke von Bachs großem Bewunderer Johannes Brahms (darunter „O Traurigkeit, o Herzeleid“ mit Fuge WoO 7 und „Schmücke dich, o liebe Seele“ op. post. 122 Nr. 5) und eines von Bach originellem Schüler Johann Gottfried Müthel (gleichfalls „O Traurigkeit, o Herzeleid“).

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Léon Berben ließ die Register der Eule-Orgel metallisch leuchten. Mit seinem lebendigen Spiel gewann er den größten Teil des Publikums für das zum Teil ein wenig spröde Programm. Am Anfang wirkte das noch fast nervös zerrissen, doch im Verlauf der guten Stunde beruhigte sich das Bild. „Wenn Sie nicht nur aus Nettigkeit applaudiert haben, dann haben Sie sich eine Zugabe verdient“, scherzte der Organist und spielte noch „zur Entspannung“ den „Contrapunctus I“ aus Bachs „Kunst der Fuge“ BWV 1080.

Das Konzert „Toccata 2“ am Samstag, dem 3. November, um 16 Uhr, bringt etwas Besonderes. Denn dann trifft Roland Maria Stangier, ein Kustos dieser Orgel, auf Oliver Potratz (Kontrabass) und vor allem auf das Ensemble AMIN für traditionelle Musik aus Afghanistan. Karten zu acht Euro (keine Ermäßigung, freie Platzwahl) gibt es am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de.

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