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Duisburg: Zwei Verletzte bei Schießerei mit Polizei in Hochfeld

Einsatz in Duisburg-Hochfeld : 47-Jähriger schießt auf Polizisten

Im Duisburger Stadtteil Hochfeld hat ein 47-jähriger Mann am Dienstagmorgen das Feuer auf eine Streifenwagenbesatzung eröffnet. Der Tatverdächtige und ein Polizist wurden bei dem Schusswechsel schwer verletzt.

Gegen 8.15 Uhr am Dienstagmorgen hörten die Anwohner der Heerstraße in Duisburg-Hochfeld mehrere Schüsse. Ein 47-Jähriger hatte mit bislang noch unbekanntem Motiv in der Nähe der Kreuzung zur Düsseldorfer Straße das Feuer auf eine dreiköpfige Streifenwagenbesatzung eröffnet. Die Polizisten schossen zurück, ein Polizist und der Tatverdächtige wurden bei der Schießerei verletzt. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.

Nach Angaben der Polizei waren die Beamten wegen eines „Hilfegesuchs“ in den Stadtteil gerufen worden. Dabei sei die Rede von einem „randalierenden Mann“ gewesen. „Als die Kollegen vor Ort einen Mann ansprachen, auf den die Beschreibung passte, hat er das Feuer eröffnet“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizisten hätten sich gewehrt und zurückgeschossen. „Ein 28-jähriger Polizist und der 47-jährige Tatverdächtige trugen dabei schwere Verletzungen davon. Beide wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr besteht nicht.“ In dem Streifenwagen hätten zwei Polizeibeamte im Streifendienst sowie ein Auszubildender gesessen.

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Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sind beide Verletzte am Dienstagmittag im Krankenhaus behandelt worden. Dem Polizisten wurde in einer Operation eine Kugel aus dem Bein entfernt. Der Tatverdächtige wurde nach seiner Behandlung ins Gewahrsam überstellt und soll am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Anwohner sprachen davon, dass drei Schüsse gefallen seien. Monika Schure hatte das Geschehen von ihrem Haus aus beobachtetet. „Zwei Polizisten sind hinter dem Mann hergelaufen und haben ihn aufgefordert, seine Waffe auf den Boden zu legen“, sagte sie. „Das hat er aber nicht gemacht. Er hat sich beim Laufen umgedreht und auf den ersten Polizisten geschossen.“ Danach habe es dann zwei weitere Schüsse gegeben. Dabei sei dann wohl der Schütze getroffen worden. Sie habe sowohl den Täter als auch den Polizisten noch verletzt am Boden liegen sehen.

Auch der Hochfelder Gernot Klingenstein erlebte den Schusswechsel mit. Er saß gegen 8.15 Uhr an einer Bushaltestelle an der Heerstraße, als um ihn herum das Chaos ausbrach. „Plötzlich fielen drei Schüsse“, erinnerte er sich. Und danach ist der Mann überwältigt worden“, berichtete er noch sichtlich aufgewühlt: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Die Polizei hatte die Heerstraße am Dienstagmorgen mit Streifenwagen im Bereich zur Düsseldorfer Straße hin abgesperrt. Sowohl die Spurensicherung als auch das Landeskriminalamt waren vor Ort. Auch am in der Nähe liegenden Bethesda-Krankenhaus waren Polizeikräfte zusammengezogen worden.

Die Ermittlungen hat das Düsseldorfer Polizeipräsidium übernommen. Dass eine andere Polizeibehörde ermittelt, ist immer dann üblich, wenn es um Fälle mit verletzten Polizeibeamten geht. Die Untersuchungen zu den Hintergründen der Tat dauern noch an.

Erich Rettinghaus, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW, wünschte dem verletzten Polizisten gute Genesung. „Daran sieht man, wie hoch das Gewaltpotential bei vielen mittlerweile ist und wie gefährlich der Beruf eines Polizisten geworden ist“, betonte Rettinghaus. „Solche ad-hoc-Situationen nehmen leider zu. Gerade noch nehmen die Polizisten einen Verkehrsunfall auf. Und schon im nächsten Moment werden sie zu so einem Einsatz gerufen, bei dem geschossen wird.“