Duisburg: Zukunft der Weststrecke ist nach wie vor offen

Studie soll Klarheit bringen : Zukunft der Weststrecke ist nach wie vor offen

Eine Machbarkeitsstudie soll prüfen, ob die Wiederinbetriebnahme der Ratinger Strecke möglich ist.

Wie ist der Stand der Dinge der Ratinger Weststrecke? Die Stadtverwaltungen Duisburgs, Düsseldorfs, Ratingens sowie der Kreis Mettmann setzen sich seit Langem dafür ein, die Verbindung zwischen Wedau, Ratingen und Düsseldorf-Rath wiederzubeleben. Ins gleiche Horn stößt nun auch der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Personenzüge sind auf der Strecke mittlerweile schon seit 36 Jahren nicht mehr unterwegs. Insbesondere aus Gründen des Umweltschutzes fordert der VDV, stillgelegte Bahnstrecken zu reaktivieren, darunter auch besagtes Teilstück im Duisburger Südosten. Das ist auch der Bundesregierung bekannt, die eine Studie in Auftrag gegeben hat, um die Wirkung der Reaktivierung von Schienenstrecken im Bezug auf den Treibhauseffekt zu untersuchen. Das Ergebnis: Aus Umweltgründen ist eine solche Maßnahme sinnvoll. Denn bereits jetzt pendeln täglich 19.000 Menschen zwischen Duisburg und der Landeshauptstadt – eine Verbindung zwischen Wedau und Rath würde vielen sicherlich nutzen.

Zum aktuellen Stand der Dinge verweist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf die „Machbarkeitsstudie Ratinger Weststrecke“, die zwischen ihm und den Städten Duisburg, Düsseldorf, Ratingen sowie dem Kreis Mettmann in Auftrag gegeben wurde. Mit der Erstellung der Studie wurde die Zetcon/Büro Stadtverkehr beauftragt. Die Gutachter prüfen jetzt, ob es sinnvoll ist, die Strecke hinsichtlich der notwendigen Infrastruktur, des Betriebs, der Nachfrage sowie der Wirtschaftlichkeit wieder in Betrieb zu nehmen: eine klassische Kosten-Nutzen-Rechnung. Ergebnisse zu der Studie sollen im zweiten Quartal 2019 vorliegen. Mit einer Inbetriebnahme der Gleise sei in jedem Fall aber nicht vor 2030 zu rechnen. Sollte die Machbarkeitsstudie positiv ausfallen, muss der Plan erst von den Gremien des VRR abgenommen werden. Dann sieht ihn der Landesverkehrsausschuss durch. Seine Zustimmung ist notwendig, damit das Projekt mit Fördermitteln des Landes bedacht werden kann.

Ob die Kosten-Nutzen-Rechnung wirklich zu einer Wiederinbetriebnahme der Strecke rät, steht allerdings in den Sternen: Denn bereits im Jahr 2010 hatte der VRR die Deutsche Bahn Netz AG mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt.

Diese kam zu dem Schluss, dass eine Reaktivierung der Strecke aufgrund einer Streckenführung durch den Staufenplatztunnel südlich von Rath unmöglich sei.

Es hätte eine zweite Tunnelröhre mit einem dritten Gleis gebaut werden müssen, was aufgrund der hohen Kosten jedoch nicht zu vertreten gewesen sei. Dieses Thema ist zwar vom Tisch, die Strecke soll hinter Ratingen in die Hauptstrecke der S6 münden. Doch dort herrsche, hieß es noch im Jahr 2010, zu viel Verkehr, als dass noch eine weitere Verbindung aufgenommen werden könnte. Eine Anpassung der Bahnsteige auf barrierefreien Zugang sei außerdem nicht möglich. Alles in allem wird deutlich: Eine Reaktivierung würde zum Großprojekt werden.

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