Duisburg: Duisburg wird Kasino-Stadt

Duisburg: Duisburg wird Kasino-Stadt

Heute eröffnet die neue Spielbank. Die Stadt und das Land freuen sich über Millioneneinnahmen aus der Spielbankabgabe. Gleichzeitig soll die City mit dem Projekt aufgewertet werden.

Eine Spielbankabgabe ist wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Entsprechend groß war der Jubel in Duisburg, als die vierte NRW-Lizenz an die frühere Montanstadt ging. Heute wird das Duisburger Casino offiziell eröffnet. Die WestSpiel Casinos GmbH als Betreibergesellschaft setzte ihr Vertrauen in den Standort Duisburg und verlegte auch ihre Firmenzentrale von Münster ins CityPalais.

Der LEG-Neubau im Herzen der Stadt ersetzt die alte Mercatorhalle und bringt als multifunktionales Gebäude das Casino, Büros, ein Veranstaltungs-, Konzert- und Kongresszentrum sowie eine Mall mit Einzelhandel unter ein Dach.

Zuvor hatte die WestSpiel ein Provisorium in einem alten Postgebäude in Duisburg betrieben. Und das übertraf alle Erwartungen: In vier Jahren und acht Monaten kamen rund 600 000 Besucher und spülten in dieser Zeit jährlich mehr als 30 Millionen Euro in die Kassen. Von jedem Euro gehen 80 Prozent als Spielbankabgabe an die öffentliche Hand, hauptsächlich an die Stiftung Wohlfahrtspflege.

Auch Duisburgs Stadtkämmerer rieb sich die Hände: 15 Prozent der Abgabe flossen an die Stadt — angesichts von rund 3,15 Milliarden Schulden aber auch nicht mehr als Ergebniskosmetik. Inzwischen ist die Spielbankabgabe auf zwölf Prozent zugunsten eines höheren Anteils des Landes geschrumpft.

  • Düsseldorf : NRW will alle Westspiel-Casinos privatisieren

Mit 28 Spieltischen im so genannten "klassischen Spiel" (American Roulette, Black Jack, Poker) sollen Zocker aus einem Umkreis von 60 Minuten Fahrtzeit angelockt werden. Insgesamt 11,5 Millionen Menschen wohnen in diesem Einzugsgebiet, so die Rechnung der Betreiber. "Cash Cow" ist für die WestSpiel aber das Automatenkasino: Mehr als zwei Drittel des Bruttospielertrages werden an den 325 Slot-Machines erwirtschaftet, obwohl die Einsätze eher bescheiden sind. Schon 2007 erwartet die WestSpiel rund 700 000 Besucher in Duisburg.

Offiziell gibt es keine Umsatzerwartung, WestSpiel-Geschäftsführer Lutz Wieding orientiert sich aber schon "Wenn's gut läuft, können wir Hohensyburg hier in Duisburg toppen", so Wieding.

Das würde auch NRW-Finanzminister Helmut Linssen freuen, der heute zur Eröffnung erwartet wird. 35 Millionen Euro hat die WestSpiel in den Innenausbau investiert, rund neun Millionen entfallen auf die Spielgeräte. Das Kasino als ein Leuchtturmprojekt soll eine Art Initialzündung für den "trading down" der Duisburger City sein. Das Veranstaltungs-, Kongress- und Konzertzentrum eröffnet im April.

Auf der anderen Seite der Fußgängerzone wird heute der Grundstein für das "Forum" gelegt — ein Projekt der deutschen Tochter des niederländischen Multi Development-Konzerns, das mit rund 57 000 Quadratmetern Verkaufsfläche eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren wird. Ankermieter ist Karstadt, die Eröffnung ist für Herbst 2008 geplant.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die ersten Bilder vom neuen Kasino

(RP)
Mehr von RP ONLINE