Energiesparen der Evangelischen Kirche in Duisburg „Sich etwas wärmer anziehen für den Gottesdienst, das ist für jeden zumutbar“

Duisburg · Die Lutherkirche bleibt aus Energiespargründen vorläufig geschlossen. Als „Winterkirche“ dient dann die kleine Notkirche in Duissern. Die Salvatorkirche soll nur noch bis zu 16 Grad aufgeheizt werden – für Gottesdienstbesucher werden Decken verteilt.

 Pfarrer Stefan Korn, Küster Frank Meurer und Kirchenmusiker Andreas Lüken von links) beim Umzug der ersten Dinge in die Notkirche.

Pfarrer Stefan Korn, Küster Frank Meurer und Kirchenmusiker Andreas Lüken von links) beim Umzug der ersten Dinge in die Notkirche.

Foto: Elke Overländer

In diesem Winter werden sich manche Gottesdienstbesucher wundern, wenn sie am Eingang vor der Duisserner Lutherkirche direkt zur benachbarten Notkirche umgeleitet werden. Denn bis auf die hohen Feiertage soll das Gotteshaus im Winter geschlossen bleiben. Es ist eine der Maßnahmen, die das Leitungsgremium der Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg beschlossen hat, um Einsparungen der enorm gestiegenen Energiekosten zu erreichen.

Die „Winterkirche in Duissern“ sei auch ein kleiner Beitrag „zum verantwortungsvollen Umgang mit den endlichen Energie-Ressourcen unserer Erde“ sagt Pfarrer Stefan Korn, der mit Küster Meurer und Kirchenmusiker Andreas Lüken die neben der Truhenorgel erste gottesdienstliche Dinge aus der Lutherkirche in die Notkirche getragen haben.

Bis auf einzelne Ausnahmen, wie Weihnachtsgottesdienste und Konzerte , bei denen die Gemeinde sehr viele Menschen erwartet, wird die Lutherkirche nach dem zweiten Advent geschlossen und die Notkirche ist als „Winterkirche“ zunächst bis Ende Februar 2023 Ort für Gottesdienste.

 Die Salvatorkirche wird nicht mehr so gut beheizt wie in den vergangenen Jahren.

Die Salvatorkirche wird nicht mehr so gut beheizt wie in den vergangenen Jahren.

Foto: Pressefoto Andreas Probst

Die Notkirche ist kleiner als die Lutherkirche und daher mit geringem Aufwand und im Vergleich sehr energiesparend auf 18, 19 Grad heizbar. „Und sich etwas wärmer anziehen für den Gottesdienst, das ist in diesen Krisenzeiten für jeden zumutbar“ findet Pfarrer Korn.

Die Notkirche verbreitet eine schlichte und angenehme Atmosphäre. Auch für die beiden anderen Gotteshäuser der Gemeinde hat das Presbyterium entsprechende Maßnahmen beschlossen. Im Bezirk der Marienkirche, Josef-Kiefer-Straße 10, ziehen einzelne Gruppen in das benachbarte Gemeindehaus.

Nur noch große Veranstaltungen sollen in der Kirche stattfinden, für die Räume in der Kirche nicht ausreichen. In der Salvatorkirche soll die Raumtemperatur nicht mehr und nicht weniger als 16 Grad betragen.

Diese müssen allein für die große Orgel eingehalten werden. Richtig frieren muss jedoch niemand, denn die Gemeinde hat zusätzlich zu den vorhandenen Sitzkissen Decken angeschafft, die zu den Gottesdiensten am Eingang ausgeteilt werden.

„Mit diesen Beschlüssen wollen wir als Kirchengemeinde unseren Beitrag dazu leisten, damit der Energieverbrauch und die -kosten im Rahmen bleiben. Auf ein wenig „Wohlfühlwärme“ werden wir verzichten müssen“, sagt Pfarrer Martin Winterberg, Vorsitzender des Presbyteriums der Gemeinde. Die zusätzlichen Kirchensteuereinnahmen, die auf die vom Staat an die Bürgerinnen und Bürger einmalig ausgezahlten Energiepauschalen anfallen und die auch die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg erhält, wendet diese übrigens nicht für Gas- oder Stromkosten auf.

Die zu erwartende Summe an zusätzlichen Kirchensteuereinnahmen von 16.000 Euro soll nicht in die eigene Tasche wandern, sondern diese stockt die Gemeinde auf und spendet je 10.000 Euro für „Gemeinsam gegen Kälte“ und „Tafel Duisburg“ für deren Arbeit in diesem Winter. „Die „Tafeln“ und andere gemeinnützige Angebote dürfen nicht zu einem verlängerten Arm des Jobcenters werden, aber hier läuft die Armut in dieser Zeit besonders auf“ stellt Pfarrer Winterberg fest und fügt hinzu: „Auch wenn auf anderem Weg die Armutsfrage gelöst werden muss, können die Menschen in Not aktuell nicht allein gelassen werden. Mit beiden Organisationen arbeitet die Kirchengemeinde seit vielen Jahren vertrauensvoll und gut zusammen.“

Infos zur Gemeinde gibt s im Netz unter www.ekadu.de.

(RP)
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