Duisburg: Wfbm-Skandal: Sommerfest unter düsteren Vorzeichen

Wfbm-Skandal: Sommerfest unter düsteren Vorzeichen

Die Stimmung beim Sommerfest der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderungen war so gut wie immer – trotz der aktuellen Diskussionen. Zu dem Fall äußern wollten sich die Gäste aber nur hinter vorgehaltener Hand.

Es sind Kleinigkeiten, an denen man beim diesjährigen Sommerfest der Duisburger Behindertenwerkstätten merkte, was in den letzten Wochen in den Führungsebenen los war. Die Mitarbeiter vor Ort reagieren scheu auf Fragen, niemand wollte etwas Falsches sagen. Währenddessen gaben sich Oberbürgermeister Sören Link und der Vorsitzende des Aufsichtsrats Thomas Krützberg betont kämpferisch. „In den aktuellen stürmischen Zeiten ist es wichtig, dass wir uns auf alle Dinge, die in den letzten Jahren gut gelaufen sind, konzentrieren und sie fortführen“, sagte Link in seiner kurzen Eröffnungsrede. Sätze, die man weniger bei einem gemeinnützigen Betrieb vermutet, als bei einem strauchelnden Fußballteam oder einem niedersächsischen Automobilkonzern.

Als etwas zynischen Seitenhieb in Richtung der ehemaligen Geschäftsführerin Rogg konnte man vielleicht die Auswahl der Lieder verstehen, die nach der werkstatteigenen Band für die musikalische Untermalung des Festtages sorgten. Doch ob „The Final Countdown“ von „Europe“ wirklich nur zufällig seinen Weg in die Playlist gefunden hatte, oder ob es bewusst ausgewählt wurde, weiß nur der dafür Verantwortliche.

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Die Stimmung bei den Gästen schien von der aktuellen Diskussion dagegen nur wenig bis gar nicht beeinflusst. „Für uns stand nicht zur Debatte ob wir das Sommerfest besuchen wollen oder nicht“, sagte eine Familie aus Röttgersbach, die sich wie alle anderen nur anonym äußern wollte „Alle, die hier arbeiten, können für diese Situation schließlich nichts. Bei einem Fest wie diesem geht es auch nicht darum, was in den Führungsetagen passiert. Heute stehen vor allem die Mitarbeiter im Fokus.“ Ein wichtiger Punkt, denn die Gäste genossen das schöne Wetter und die vielfältigen Angebote, die die Mitarbeiter der Wfbm für sie aufgeboten hatten, sichtlich. Ob ein Fotoshooting in einem Raumfahrerkostüm, oder Metall schmieden –  langweilig konnte einem zumindest nicht werden. Eine Meinung zu der aktuellen Affäre hatte die Familie aus Röttgersbach dann aber doch noch. „Wir finden es gut, dass dieses Thema im Moment so groß aufgerollt wird. So kann das Problem auch wirklich gelöst werden.“

Etwas anders sieht das dagegen eine Mutter aus Wanheimerort. Ihre Tochter ist Cheerleader in den Werkstätten. „Ich befürchte, dass im Moment sehr viele Halbwahrheiten im Umlauf sind. Sich da eine Meinung zu bilden, fällt unheimlich schwer.“ Auch dass Roselyne Rogg so schwer unter Beschuss steht, stört die Duisburgerin. „Natürlich hat Frau Rogg Fehler gemacht für die sie die Konsequenzen tragen muss, aber sie hat in den vergangenen Jahren auch sehr viel für die Werkstätten getan, das wird in diesen Tagen leider häufig vergessen.“