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Duisburg: Weniger Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung zur Loveparade-Katastrophe

Loveparade-Katastrophe : „Gedenkfeier ist auch nach acht Jahren gerechtfertigt“

Das öffentliche Interesse am Gedenken an der Unglücksstelle der Loverparade ist zurückgegangen.

Deutlich weniger Menschen als in den Vorjahren waren am Dienstag zur Gedenkfeier an den Karl-Lehr-Tunnel gekommen. Pfarrer Jürgen Thiesbonenkamp von der Stiftung „Duisburg 24.7.2010“ führte das allerdings mehr auf die Hitze als auf mangelndes Interesse zurück. „Einige wollen damit abschließen. Aber diese Feier ist auch eine Antwort auf das Verhalten der Stadtspitze damals“, so Thiesbonenkamp. Man dürfe nie vergessen, wie wichtig es sei, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb werde es auch in den nächsten Jahren eine Gedenkveranstaltung geben. Thiesbonenkamp predigte über die Kraft der Stille an einem Ort, an dem Glück und Leid so nah beieinander lagen. Ein gemeinsamer Moment der Stille sollte den Angehörigen zeigen, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. Nichts auf der Welt können einen geliebten Menschen ersetzen, so Thiesbonenkamp. Trotzdem sei Abschied etwas, was man aushalten müsse. Nur die Gemeinschaft könnte beim Weg zurück in den Alltag helfen. Unter den Teilnehmern war auch die frühere NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Sie sei als Privatperson dabei und wolle daher kein Statement abgeben, erklärte sie. Sie gab den Trauernden aber durchaus Mut und wurde von vielen umarmt. 22 Glockschläge — 21 für die Opfer, einen für die Traumatisierten – ließen die Teilnehmer in Trauer innehalten.

(th)