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Duisburg: Weniger Kirchenmitglieder

Bistum Essen mit aktueller Statistik : Kirche hat es in Duisburg schwer

Das Bistum Essen hat seine Jahresstatistik 2017 veröffentlicht. Danach wurden bistumsweit mehr Trauungen, Firmungen und Erstkommunionen als im Vorjahr durchgeführt. In Duisburg gibt es hingegen weniger positive Zahlen.

Heiraten, Taufen, Erstkommunion – die Katholiken im Ruhrbistum feiern gerne ihre Feste. Um rund fünf Prozent ist die Zahl der Trauungen in den katholischen Kirchen an Rhein, Ruhr und Lenne im vergangenen Jahr auf insgesamt 1160 Hochzeitsfeste gestiegen. Auch bei den Erstkommunionfeiern (5144) und Firmungen (2835) konnten sich die Pfarreien über eine Steigerung von jeweils gut zwei Prozent freuen, während die Zahl der Taufen mit 5029 zumindest konstant blieb. Dies geht aus der kirchlichen Jahresstatistik für 2017 hervor, die das Bistum Essen in dieser Woche veröffentlicht hat. Allerdings sehen die Zahlen für Duisburg nicht so positiv aus, wie im Bistumsdurchschnitt.

Nach der jüngsten Erhebung zählt die katholische Kirche in Duisburg derzeit insgesamt 93.474 Mitglieder. Im Jahr zuvor (2016) waren es noch 95.073, im Jahr 2010 wurden 105.519 Mitglieder registriert. 2017 wurden 557 Menschen getauft, im Jahr zuvor waren es noch 638, 19 mehr als im Vergleichsjahr 2010. Auch die Zahl der Trauungen waren in Duisburg leicht rückläufig: 2017 wurden 105 Paare getraut, im Jahr zuvor 111 und im Jahr 2010 waren es 145. Rückläufig ist die Zahl der Kirchenaustritte: 2017 kehrten 523 Menschen der katholischen Kirche den Rücken, im Jahr 2016 waren es 534, und 2010 waren es 694.

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Die Gesamtwerte des Bistums sehen aus Sicht der Kirchenvertreter positiver aus: So gab es 2017 mit 5397 Taufen 31 Taufen mehr als im Jahr zuvor. Auch ließen sich mehr Paare im Bistumsgebiet trauen: 2017 waren es 1160, im Jahr zuvor 1105. Immerhin verzeichnete die katholische Kirche im Bistum in 2017 mit 311 Ein- und Übertritten 67 mehr als im Vorjahr. Aktuell sind 771.997 Katholiken im Bistum Essen registiert, rund 10.500 weniger als im Vorjahr, was die Statistiker vor allem auf den Sterbeüberhang zurückführen.

„Die Menschen suchen die Nähe der Kirche, gerade wenn sich etwas Entscheidendes in ihrem Leben tut“, kommentiert Generalvikar Klaus Pfeffer die Zahlen. „Insbesondere an diesen Lebenswenden sind berührende Gottesdienste gefragt, aber auch eine einfühlsame Begleitung auf dem Weg hin zu diesen besonderen Tagen.“ Dies werde auch bei den neuen Segensfeiern für Neugeborene deutlich, die in der Statistik nicht erfasst werden: Wenn Familien an derzeit vier Orten im Ruhrbistum zu diesen besonderen Gottesdiensten eingeladen werden, um gemeinsam die Geburt ihres Kindes zu feiern und ihre Familie segnen zu lassen, sind die Kirchen stets gut gefüllt.

Hier – wie auch beim Thema Trauungen – zeigt sich nach Ansicht Pfeffers, dass die Zukunftsbild-Projekte des Bistums Essen wirken. Neben den Baby-Segnungsgottesdiensten hat das Bistum in diesem Kontext auch sein Trauteam auf den Weg gebracht: Paare, die keinen Kontakt zu einer Gemeinde vor Ort haben, können dieses Team über eine Internetseite erreichen und so unkompliziert eine katholische Trauung organisieren.

„Wie wichtig es ist, dass wir als Kirche gerade an den besonderen Momenten im Leben qualitativ hochwertige und individuell ansprechende Gottesdienste und andere seelsorgerische Kontakte anbieten, zeigt auch unsere aktuelle Kirchenaustrittsstudie auf“, so Pfeffer. Gleichzeitig müssten das Bistum und die Pfarreien künftig allerdings noch mehr Wert auf die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen legen. Denn während die Gesamtzahl der Kirchenaustritte mit 4372 in etwa konstant geblieben ist, hat der Anteil der jungen Erwachsenen unter den Ausgetretenen im vergangenen Jahr erneut zugelegt.

Neben den Austritten ist vor allem die deutlich größere Zahl verstorbener Katholiken im Vergleich zu den neu Getauften dafür verantwortlich, dass die Gesamtzahl der Katholiken im vergangenen Jahr unter dem Strich um 10.456 auf 771.997 gesunken ist.