Duisburg: Weinfest mit Schorle und Wasser

Duisburg: Wasser beim Weinfest stark gefragt

50 Winzer boten 1600 verschiedene Weine an, dabei war die ganze Palette deutscher Weißweine von der Mosel bis zur Pfalz genauso vertreten wie Rotweine von der Ahr und aus Württemberg.

Von Volker Poley

An solche Temperaturen beim Weinfest konnte sich Klaus Siepmann vom Veranstalter Duisburg Kontor nicht erinnern. „Die Leute haben sich aber darauf eingestellt und kommen verstärkt in den Abendstunden“, so der Event-Manager. Aber dann war an allen Veranstaltungstagen aber auch kein freier Platz mehr zu bekommen, zehntausende Besucher machten die „Kö“ zwischen City-Palais und Steinsche Gasse zu einer lebhaften und brummenden „Duisburger Weinstraße“. Der Bummel über Duisburgs Flaniermeile wurde zu einer Weinwanderung durch neun Weinregionen. Die Auswahl an edlen Tropfen war gewaltig. Knapp 50 Winzer boten 1600 verschiedene Weine an, dabei war die ganze Palette deutscher Weißweine von der Mosel bis zur Pfalz genauso vertreten wie Rotweine von der Ahr und aus Württemberg. Gern geordert wurde - zumeist von den weiblichen Besuchern - auch ein kühler Rosé oder ein Gläschen Winzersekt.

Die Kinder machen es vor: Zum
Die Kinder machen es vor: Zum Wein passt bei diesen ungewöhnlich heißen Temperaturen viel Wasser. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Viele Besucher sah man mit dem Glas in der Hand über die Weinmeile flanieren, das Ganze sorgte gerade abends für eine wunderschöne mediterrane Atmosphäre. Dass die Veranstalter angesichts der lauen Sommernächte die Sperrstunde (um 23 Uhr sollte eigentlich das letzte Glas geleert sein) eher als „lockeren Richtwert“ ansahen, freute Anbieter und Besucher gleichermaßen. Duisburgs OB Sören Link hatte am Donnerstag gemeinsam mit Thomas Krützberg, dem Geschäftsführer des Veranstalters Duisburg Kontor, und der Deutschen Weinprinzessin Charlotte Freiberger das 33. Weinfest - das Thermometer zeigte dazu passend genau 33 Grad an - offiziell eröffnet. „Prinzessin Charlotte“ aus Heppenheim war zum ersten Mal in Duisburg und zeigte sich beeindruckt: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Fest so groß ist und bereits so eine lange Tradition hat.“ Thomas Krützberg lud, diesmal als Kulturdezernent der Stadt, die Weinprinzessin, die klassische Musik liebt, zum Eröffnungskonzert der Duisburger Philharmoniker ein.

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Die Standbetreiber waren aufgrund der großen Hitze diesmal besonders herausgefordert. So auch Ulrike Lorenz vom Guldentaler Weinhaus Lorenz. Gemeinsam mit ihrem Team musste die Winzerin von der Nahe große Anstrengungen unternehmen, um den Wein mit einer angenehmen Temperatur ausschenken zu können: „Selbst mit unserem Kühlwagen haben wir große Mühe, den Wein richtig kühl zu halten.“ Und darauf, dass nicht nur Wein gefragt war, musste auch kurzfristig reagiert werden. „Wir haben heute noch 55 Kisten Wasser rangeschleppt“, sagte der Mündelheimer Wolfgang Schwertner. Der Duisburger CDU-Lokalpolitiker ist mit der Winzerfamilie von der Nahe befreundet und lässt sich nicht nehmen, beim Weinfest selbst im Weinstand mitzuhelfen. Ulrike Lorenz bestätigt, dass ihre Kunden vernünftig mit Wein und Hitze umgehen: „Man trinkt bei der Wärme auch häufiger schon mal eine Schorle oder stellt zum Wein eine Flasche Mineralwasser auf den Tisch.“ Rita und Peter Ambrosius haben in den letzten Jahren kaum ein Weinfest ausgelassen.

„Hier gibt es ein gutes Publikum, die Stimmung ist sehr harmonisch und man trifft oft Leute, die man lange nicht gesehen hat“, sagten die Buchholzer, die vielen aus dem Herzen sprachen.