Duisburg: WDR sucht den Besten Chor im Wesen

Wettbewerb : „Bester Chor im Westen“ gesucht

Sind die Musicalkids aus Rheinhausen der „Beste Chor im Westen“? Die Antwort auf diese Frage wurde am Samstagabend in der Kraftzentrale im Landschaftspark gesucht.

Licht, Kamera, Action! Der erste Vorentscheid des WDR für „Den besten Chor im Westen“ war gleich eine riesige Fernsehaufzeichnung. Über 1000 Zuschauer, Moderator Marco Schreyl und eine vierköpfige Promijury hatten sich am Samstag in der Kraftzentrale im Landschaftspark versammelt, um aus zehn Chören fünf Finalisten zu ermitteln. Mit dabei: Die „musical kids Rheinhausen“ aus – Überraschung, Rheinhausen – die mit neun anderen Chören um die begehrten Plätze um die Wette sangen.

In der vollbesetzten Kraftzentrale wurde aber erstmal ein wenig Fernsehkunde betrieben. Wie applaudiert man richtig? Auf keinen Fall in die Kamera schauen! Und zur Sicherheit erstmal ein paar Jubelstürme aufnehmen, schließlich brauchen die Cracks in der Regie auch noch etwas zum Reinschneiden. Die Musicalkids hatten jedenfalls genug Fans für eindrucksvolle Publikumsbilder mitgebracht, aber auch die anderen Chöre, teils aus den hintersten Ecken Nordrhein-Westfalens, waren mit Verstärkung angetreten. Als die Aufzeichnung nach reichlich Vorgeplänkel endlich beginnen konnte, mussten die Musicalkids aus Rheinhausen nur einen einzigen Chor aus dem eigens eingerichteten Greenroom beobachten, bevor sie selber auf die Bühne durften – mit einigen Mitgliedern unter 18 Jahren mussten die Duisburger Sänger aus Jugendschutzgründen um 22 Uhr die Bühne verlassen haben.

Zunächst trat aber der große Chor der evangelischen Studierendengemeinde Münster auf, mit dem Hit des Musicals „Rent“, „Seasons of Love“. Die Sänger wurden mit viel Lob bedacht, vor allem von Fernsehnomade Giovanni Zarrella und ESC-Legionärin Natalie Horler. Dann durften endlich die Rheinhauser Musicalkids ran – und begeisterten schon im Einspielfilm mit ihrer bodenständigen Art. „Nicht so langweilig wie ein Kirchenchor“ sei man, erzählte da eine junge Sängerin. Und das, obwohl der Chor eigentlich aus der geistlichen Musik kommt. Das war auch im ausgewählten Stück des Chors zu hören, denn obwohl die Sänger ein außergewöhnliches Arrangement vortrugen, waren die kirchlichen Wurzeln des Ensembles nicht zu leugnen. Ganz so religiös-steif ging es aber trotzdem nicht zu, Chorleiterin Katharina Schedlinski hüpfte wie ein Gummiball vor dem Chor auf und ab. Die jungen Sänger lieferten eine engagierte Vorstellung ab, sogar mit einem kurzen Rap-Part. Deshalb hielt sich auch die Jury mit Lob nicht zurück, Giovanni Zarrella erklärte, dass „die Chorleiterin bei den Spice Girls“ mittanzen könnte. „Bei uns ist nicht nur Chor, sondern auch Zumba“, kommentierte Schedlinski, die als junges Mädchen selbst Mitglied der Musicalkids war. Außerdem, erklärte der ehemalige Castingshowteilnehmer Zarrella, habe er sich in die Rapperin verliebt. Von der Backstagemoderatorin im Greenroom darauf angesprochen, errötete die Sprachkünstlerin sichtlich. In der Schule habe sie geübt, erklärte die Wortakrobatin, aber die Schulkameraden wüssten wohl nichts von ihrem Fernsehauftritt.

Glückliche Gewinner: Die Young Voices aus Ahaus waren 2017 der „Beste Chor im Westen.“. Foto: wdr/wdr Melanie grande
Die Chöre mussten sich einer Jury stellen. Mit dabei war unter anderem TV-Star Giovanni Zarella (rechts). Foto: Penzel Photography

Die Aufzeichnung der Halbfinal-Show in der Kraftzentrale wird am Freitag, 23. November, um 20.15 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Mehr von RP ONLINE