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Duisburg: Vier Duisburger beim CDU-Bundesparteitag dabei

Vier Duisburger beim CDU-Bundesparteitag : Keine stehenden Ovationen im Homeoffice

Beim Online-Bundesparteitag der CDU mit der Wahl von Friedrich Merz zum neuen Bundesvorsitzenden waren auch vier Duisburger mit von der Partie. Mit dem Ablauf und dem Ergebnis war man durchaus zufrieden.

Eigentlich hatte Thomas Mahlberg für drei Tage nach Hannover fahren wollen. „Normalerweise dauert ein Bundesparteitag zwei Tage, und man fährt für Vorgespräche am Vorabend des ersten Tages an“, erklärte der Duisburger CDU-Parteivorsitzende am Sonntag im Gespräch mit unserer Redaktion. Da hatte er den digitalen Parteitag am Vortag hinter sich gebracht.

„Das dauerte von 9.30 bis 17.30 Uhr und hat inhaltlich und technisch hervorragend funktioniert“, so Mahlberg. Eigentlich hatte der Fraktionschef der Christdemokraten im Duisburger Rat wie berichtet den Parteivorsitz schon längst an die Landtagsabgeordnete Petra Vogt abgeben wollen – aber auch hier machte die Pandemie dem Vorhaben ein Ende. Einen Termin für einen Parteitag der Duisburger CDU gibt es angesichts der derzeitigen Lage auch noch nicht.

Neben Mahlberg waren aus Duisburg auch Petra Vogt, Parteigeschäftsführerin Claudia Epper und der stellvertretende Parteivorsitzende Volker Mosblech digital mit von der Partie. „Wir haben uns währende des Parteitages über eine Chatfunktion austauschen können und waren mit dem Ablauf sehr zufrieden“, berichtete Mahlberg.

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Dass Friedrich Merz zum Vorsitzenden der Bundespartei gewählt werden würde, war nach dem vorigen Mitgliedervotum sicher. „Aber es war natürlich die Frage, wie viele Prozent er erhalten würde. Dass es dann fast 95 Prozent wurden, ist ein positives Signal“, so der Delegierte. Mahlberg selbst hatte Merz ebenfalls gewählt. „Ich hatte ihn ja schon bei der letzten Wahl favorisiert, deshalb musste ich nicht lange überlegen. Aber das Votum der Mitglieder vorher hat natürlich schon eine gewisse Bindungswirkung.“

Dass Merz als ausgesprochener Mann der Wirtschaft gilt und weniger als Integrationsfigur, ist auch Mahlberg nicht unbekannt. „Merz hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass er durchaus auch integrieren kann. Und dass er ebenso wie bei der CDU noch eine stellvertretende Generalsekretärin ernennen will, ist ein weiteres ermutigendes Zeichen.“

Auch vom neuen Generalsekretär Mario Czaja verspricht sich Mahlberg viel. Es gehe nach der verlorenen Bundestagswahl nun darum, wieder Boden gut zu machen, zumal die Landtagswahl in NRW bevorsteht.

Er verspüre schon eine Aufbruchstimmung innerhalb der Partei, so Mahlberg. „Aber eine ähnlich euphorische Stimmung wie bei einem Präsenz-Parteitag kann es natürlich nicht geben.“ Schließlich erhebt sich ja auch bei einer virtuellen Veranstaltung niemand daheim vom Sitz, um dem neu gewählten Parteichef stehend zu applaudieren. „Eigentlich bin ich nur aufgestanden, um mir einen Kaffee zu holen“, gestand Duisburgs CDU-Parteichef.

Dabei hatte die Partei viel dafür getan, um ein gelungenes Spektakel auf die Beine zu stellen. Auch der mehrfache Gang in die „digitale Wahlkabine“, deren Zugang nur unter Zuhilfenahme einer eigenen PIN möglich war, funktionierte reibungslos.

Und im Vorfeld bekam jeder Delegierte ein Päckchen von der CDU. „Darin war unter anderem auch ein Delegierten-Ausweis, ein Bändchen und die obligatorische Parteitags-Kaffeetasse“,. sagte Mahlberg. Fast konnten sich die Teilnehmer also schon wie bei einem „richtigen“ Parteitag vorkommen. Und, wer weiß – vielleicht klappt das mit den stehenden Ovationen ja eines Tages auch noch vom heimischen Arbeitszimmer aus.