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Duisburg: Verkaufsoffener Sonntag unter 2G-Bedingungen

Shoppen nur für Geimpfte und Genesene : So lief der verkaufsoffene Sonntag in Duisburg unter 2G-Bedingungen

Damit hatten viele Händler nicht gerechnet: Die Landesregierung ordnete 2G im Einzelhandel bereits ab Samstag an. Wie die Duisburger Händler am verkaufsoffenen Sonntag damit umgegangen sind. Ein Protokoll.

Das zweite Adventswochenende hat es auch Sicht des Handels meist in sich, denn dann findet traditionell  der größte Teil des Weihnachtsgeschenke-Einkaufs statt. Spielzeug, Schmuck, Parfums, Kleidung, Unterhaltungselektronik, Smartphones – an kaum einem anderen Tag wird so viel verkauft.  In Duisburg lagen die Hoffnung vor allem auf dem verkaufsoffenen Sonntag. Wir haben uns in der City umgesehen. Was war los, und wie sind die Händler mit 2G umgegangen?

10 Uhr Noch drei Stunden bis zur Ladenöffnung. Die Parkhäuser sind leer, kaum jemand ist in der Fußgängerzone unterwegs. Die  Hinweisschilder auf Maskenpflich und 2G-Regel stehen an jedem Zugang zur Fußgängerzone und sind nicht zu übersehen. Seit Samstag hängen entsprechende Hinweise auch an nahezu allen Geschäften in der City.

13 Uhr Die Läden öffnen. Viel los ist aber noch nicht. Die Verkäuferin am Imbiss-Stand, an dem ich einen Backfisch erstehe, verlangt von mir einen Impfnachweis. Entsprechende Hinweise sind auch an der Bude angebracht. Nanu? Ich bin ein wenig verwundert und zeige meine CovPass-App auf dem Smartphone. „Das machen wir schon seit dem 11.11. so“, erklärt die Verkäuferin im Brustton der Überzeugung. Das stimmt so nicht. Ich bin in diesem Jahr nicht zum ersten Mal an dieser Imbissbude – nach einem Nachweis hat mich bisher noch nie jemand gefragt. Ob denn schon mal Kunden ohne Nachweis gekommen sind, frage ich: „Das kommt beinahe täglich vor“, sagt sie. Die Kunden hinter mir holen gleich eilfertig ihre Personalausweise hervor. „Die brauche ich nicht. Das kontrolliert das Ordnungsamt“, sagt die Fischverkäuferin. In der Tat: Die städtischen Mitarbeiter sind unübersehbar mit Kontrollen befasst, zwei Wagen des Ordnungsamtes stehen vor der Hauptstelle der Sparkasse an der Königstraße.

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15 Uhr Es wird voller. Die befürchteten Schlangen vor den Geschäften bleiben indes zunächst aus. Viele Händler machen nämlich von der Möglichkeit stichprobenartiger Kontrollen Gebrauch: Sie weisen mit Aushängen am Eingang darauf hin, dass nur Geimpfte und Genesene herein dürfen. Andere sind da strenger, zum Beispiel im Forum: Bei Karstadt, Rituals, H&M, Deichmann, Zara oder C&A steht Sicherheitspersonal am Eingang. Da viele Kontrollen per Scanner abgenommen werden, ist die Wartezeit meist nur kurz.

17 Uhr Es ist noch etwas voller geworden. Auch die Parkhäuser sind jetzt gut gefüllt. Dennoch bleibt alles entspannt, die meisten Kunden  lassen die Kunden da, wo sie denn stattfinden, geduldig über sich ergehen. „Das haben wir ja vorher gewusst. Und ich fühle mich so einfach sicherer“, sagt eine Kundin der H&M-Filiale. Im Reno-Schuhgeschäft und bei einem Telekommunikationladen an der Königstraße werden die Kunden per Schild aufgefordert, so lange am Eingang zu warten, bis sie abgeholt und kontrolliert werden. Anstoß daran nehmen die wenigsten. Trotz der voller werdenden Geschäfte geht es meist entspannt zur Sache. Insgesamt gehen die Händler in Duisburg uneinheitlich vor: Einige begnügen sich mit 2G-Aushängen, andere kontrollieren zusätzlich stichprobenartig, ein weiterer Teil checkt jeden Kunden direkt am Eingang.

18 Uhr Die Geschäfte schließen. Ein Teil der Besucher in der Innenstadt verlagert sich jetzt in Richtung der Glühweinstände, wo nun mehr zu tun ist. Alles in allem war es ein eher ruhiger verkaufsoffener Sonntag. Ab Mittwoch soll es dann aber ernst werden: Dann ist die Übergangsvorschrift abgelaufen, und die Händler müssen jeden am Eingang im Hinblick auf den Impfstatus kontrollieren.