Duisburg: Vaterkurs im Krankenhaus St. anna

Vaterkurs : Lernen, ein Vater zu sein

Werdende Väter haben viele Fragen: Was hat das Baby, wenn es schreit? Wie nehme ich es richtig auf den Arm? In einem Kurs bekommen sie Antworten.

Windeln wechseln, Fläschchen geben, Wiegen und Beruhigen: Neben unbeschreiblichem Glück kommen auf Eltern auch einige mehr oder weniger kniffelige Aufgaben zu. Welche Sorgen, Fragen und Ängste Papas haben, dieser Frage geht regelmäßig ein Kurs für werdende Väter am St.-Anna-Klinikum nach. Vier junge Männer nutzten jetzt die Chance und ließen ihre Fragen von Krankenpfleger Marcel Balters beantworten.

Im Grunde plagt alle vier die gleiche Angst. ,,Ich will alles richtig machen, will dem Kind auf keinen Fall weh tun”, sagt etwa Tristan (34). In sieben Wochen soll sein Baby geboren werden. ,,Sich bei so einem Kurs zu informieren, hilft ungemein bei der Vorbereitung”, vermutet er. Und spricht damit den anderen Männern aus der Seele.

Bei Bernd (30) und Philip (37) ist die Vorbereitungsphase allerdings schon vorbei. Die beiden sind schon Papas, allerdings noch ganz frisch. Philips Frau hat vergangene Woche entbunden, Bernd hat an diesem Tag einfach die Etage gewechselt, mit dem gerade geborenen Sohn liegt seine Frau noch im Krankenhaus. Sie haben viele Fragen: Was tun, wenn das Baby schreit? Wie am besten auf dem Arm halten? Wann merke ich, dass das Baby ein ernstes Problem hat oder sogar krank ist?

Kursleiter Balters (28), selbst vor elf Monaten Vater einer Tochter geworden, beruhigt die beiden. Auch er erinnert sich an schlaflose Nächte der Anfangszeit und an Unsicherheiten. ,,Das lässt mit der Zeit nach. Ihr und das Baby müsst Euch erst kennenlernen. Ihr werdet bald wissen, wann das Kind was braucht”, sagt er. ,,Bis dahin hilft ausprobieren. Hat es gerade getrunken, oder hat es Hunger? Ist die Windel voll? Oder ist es einfach nur müde? Das Baby schreit jedenfalls nie ohne Grund.”

Vor allem sei es wichtig, die Ruhe zu bewahren. ,,Das hört sich schwierig an, und das ist es manchmal auch. Aber Eure Gefühle übertragen sich auf das Kind. Seid Ihr nervös oder verzweifelt, merkt das Kind das genau, lässt sich also umso schwerer beruhigen”, sagt Balters und gibt einen weiteren wichtigen Tipp: ,,Seid einfach da für die Kleinen. Lasst das Baby auf keinen Fall schreien. Wenn Ihr merkt, dass Ihr an Eure Grenzen kommt, atmet tief durch”, sagt er.

Neben Theorie gibt es für die Männer auch praktische Übungen. An einer Babypuppe üben sie das Windelwechseln und wie man ein Baby am besten auf den Arm nimmt und dort hält. Philip merkt man die Erfahrung der vergangenen Woche schon an. ,,Am wichtigsten ist es, den Kopf zu stützen, weil Babys den nicht halten können”, weiß er und macht vor, wie er sein Baby immer auf den Arm nimmt: Er stützt den Kopf und legt sich die Puppe behutsam auf den Unterarm.

Für Tristan und Florian, die erst noch ihr Baby erwarten, gibt das Üben ein Sicherheitsgefühl. ,,Bei mir ist es erst im September so weit, aber ich möchte vorbereitet sein, will mich sicher fühlen, wenn ich das kleine Geschöpf auf den Arm nehme”, sagt der 36-jährige Florian.

Eines, das gibt Marcel Balters den Männern mit auf den Weg, helfe gegen alle Unsicherheiten: Das große Glück, Papa zu sein: ,,Ihr werdet schnell merken, dass alle Strapazen und Sorgen schnell vergessen sind, wenn Ihr Euer Kind auf den Armen haltet und es friedlich schläft oder Euch anlächelt.”

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