Duisburg: Uni-Institut am "Mercatorplatz 1" im Mercatorhaus geplant

Pläne in Duisburg machen Fortschritte : Uni-Institut am „Mercatorplatz 1“ geplant

Die beabsichtigte Rekonstruktion des Mercatorhauses an der Oberstraße ist einen großen Schritt weiter. Die künftige Adresse soll „Mercatorplatz 1“ heißen. Einer der Ankermieter wird die Universität Duisburg-Essen.

Der Nachbau für das historische Mercatorhaus ist einen großen Schritt nähergerückt. Mit dem Ratsbeschluss für das Baurecht des Mercatorviertels sind wichtige formelle Voraussetzungen geschaffen, die Bürgergenossenschaft Historisches Mercatorhaus Duisburg eG ist inzwischen in das Genossenschaftsregister eingetragen und die Gebag könnte das Grundstück als Sachleistung einbringen. Klaus Becker, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, Finanzvorstand Claus-Robert Witte und der Architekt Christof Nellehsen stellten die Pläne gestern vor.

Auch mit der Finanzierung sind die Verantwortlichen ein großes Stück weitergekommen: Die Baukosten von derzeit geschätzten 4,5 Millionen sollen durch einen Kredit in Höhe von 3,6 Millionen Euro gesichert werden. Die Sparkasse habe die Finanzierung zugesagt, so Becker. Gleichzeitig gebe es noch Verhandlungen mit der Volksbank Rhein-Ruhr, die sich ebenfalls an der Finanzierung beteiligen könnte. Da Gros des Eigenkapitals in Höhe von 500.000 Euro kommt von 51 künftigen Genossenschaftsmitglieder, die insgesamt Zusagen in dieser Höhe gemacht haben. Weitere 200.000 Euro erhofft sich die Genossenschaft aus Mitteln der Denkmalpflege, die Duisburgs Stadtarchäologe Thomas Platz einwerben will.

„Das Grundstück gehört der Gebag. Sie könnte es als Sachleistung in die Genossenschaft einbringen“, so Becker. Wenn das nicht klappt, werden wir ein Erbbaurecht mit einem niedrigen Pachtzins vereinbaren.“ Die jetzige Adresse Oberstraße 2 soll in „Mercatorplatz 1“ umgewandelt werden. „Das ist eine Adresse, die dem Mann angemessen ist. Die Entscheidung über die Umbenennung ist Sache der Bezirksvertretung Mitte, von der wir schon positive Signale erhalten haben.“

Claus-Robert Witte, Christoph Nellehsen und Klaus Becker. Foto: Mike Michel

Einer der Ankermieter des Gebäudes mit einer Gesamtfläche von 1200 Quadratmetern wird die Universität Duisburg-Essen. Auf mehr als 400 Quadratmetern soll ein Uni-Institut angesiedelt werden, habe Uni-Rektor Prof. Ulrich Radtke versprochen, der auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft fungiert. Weitere Nutzer sind der Dienstleister TÜV Nord Bildung mit einer Reservierung von 150 Quadratmetern und einer Option von weiteren 150 Quadratmetern. Die Stiftung Mercator will in dem historischen Nachbau Angebote kultureller Bildung machen und ebenfalls Flächen belegen. Dazu kommt ein Bürgersaal für Veranstaltungen, ein Café mit Museumsshop sowie ein Atlantenraum. Ein privater Sammler will hierfür 35.000 Atlanten als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen. Dazu ist eine Dependance des Kultur- und Stadthistorischen Museums geplant, wo Workshops stattfinden könnten.

Die Rekonstruktion des Mercatorhauses fußt auf archäologischen Funden, der Auswertung historischer Quellen und heutigen Nutzungsmöglichkeiten, wie Christof Nellehsen erläuterte. Der vordere Teil entspricht in etwa dem Aussehen zu Mercators Zeiten im 16. Jahrhundert, daran schließt sich ein Anbau des Barock an. Das Haus soll zum Teil auf Originalfundamenten und Kellergewölben errichtet werden. Das daneben geplante Ott-Vogel-Haus soll ein anderer Investor verwirklichen.

Weitere Informationen gibt es auch unter www.mercator.haus im Interent. Unter der Adresse www.mercator.haus/mitglied-werden gibt es weitere Details. Schon mit einer Einlage von 100 Euro können Interessierte Genossenschaftsmitglieder werden.