Duisburg: Ungewöhnliches Meditationskonzert bei Krohne-Messtechnik

Konzertmeditation : Vokallabor mit vier Probanden

Michael Gees war Versuchsleiter im Meditationskonzert bei Krohne Messtechnik.

Das Vokallabor von „Versuchsleiter“ Michael Gees (Klavier), hatte im Rahmen der Konzertmeditationen, unter dem Titel Composing Voices, im Veranstaltungsaal der Firma Krohne Messtechnik, geöffnet. Für die Eintrittskarte bekam das Publikum Salzbrezel, Nüsschen, eine Prise „Lebenshilfe“ in Form von Meditation, Salzstangen und gepflegte Getränke. Zum Thema „Lebenshilfe“ bitte einfach weiterlesen!

Der Veranstaltungssaal war sehr geeignet für diese Art von Experimenten. Die Versuchsanordnung bestand aus drei Dutzend bequemen Polsterstühlen für die Beobachter. Ein großer Steinway brachte die Trägerfrequenz und Grundierung für die Gesangsprobanden. Am Experiment teil nahmen zwei Sängerinnen, Dagmar Boecker (Stimme, Wort, Gesang), Julia Spies (Gesang) und Frederik Schauhoff (Gesang). Die verbalen Einlassungen des Versuchsleiters, deuteten darauf hin, dass es nicht nur Musik geben sollte, sondern dass es durchaus erwünscht sei, in einer irgendwie sanft abgefederten, politischen Weise, über sich und die Welt nachzusinnen und sich über die Musik mental zu verbinden. Nachhaltigkeit durch Zuhören, Zulassen, Einbringen und Erweitern. Ein ganzer Katalog voller Gees‘scher Messages sollten transportiert werden.

Nur eine Regel gab es: die vier Probanden sollten spontan improvisieren, voneinander lernen, übernehmen und erweitern. Dies gelang in einer Art vorchristlichem Zungenreden. Die Augen wie in Trance geschlossen, mit Puccini, Keith Jarrett Harmonielehre-Versatzstücken, Reich’sche Tehelim Vokal-Arithmetik, Anklängen von wirklich „Neuer Musik“ und etwas eskalierendem Minimal. Puh! Diese Zumutung brachte dem Zuhörer spätestens nach 30 Minuten die Erkenntnis. „Schön, dass Ihr da vorne Spaß habt. Ich würde jetzt aber gerne auch bei dem Lust-Klanglichen mitmachen. Aber ein offenes Singen gab es nicht, meint: die erwünschte Kommunikation kam nur in einer Richtung zustande. Schade!

Die drei Vokalistinnen und Vokalisten agierten versiert, meistens im Rahmen ihrer Stimmen, sehr professionell. Kleine Kostprobe gefällig? Brabulibatattadibibibdätufernbinichblädueingezogenboogie“, war nur eine kleine Vokal-Sequenz der Composing Voices. Applaus, Zugabe und wieder Applaus für eine immens spannende Idee;  wenn das Publikum wirklich mitgenommen worden wäre.

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