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Duisburg: Ungewöhnliche Akzente an ungewöhnlichen Orten

Duisburger Akzente an ungewöhnlichen Orten : Ein Wort mit „ü“ und vielen Facetten

Etwa 100 Veranstaltungen umfasst das Akzente-Programm, das unter dem Motto „Glück“ das Duisburger Kulturleben vom 7. bis zum 29. März prägt. Darunter finden sich einige ungewöhnliche Angebote. Hier eine Auswahl der „Exoten“.

Beim Durchblättern des 80-seitigen Akzente-Programmheftes, das in zahlreichen Duisburger Einrichtungen zum kostenlosen Mitnehmen ausliegt, kann durchaus Vorfreude aufkommen. Das liegt zum einen am Motto „Glück“. Zum anderen aber auch daran, dass zum Programm des Festivals viele außergewöhnliche und originelle Angebote an ebenso ungewöhnlichen „Spielorten“ gehören. Blättern wir im Glücksprogramm:

Da öffnet zum Beispiel vom 7. bis 29. März in einem Ladenlokal auf der Friedrich-Wilhelm-Straße 12 in der Innenstadt ein „Kaufhaus des Glücks“. Dort werden einige Künstlerinnen und Künstler auf ihre Weise das Thema „Glück“ aufbereiten. Es sollen Anregungen, Materialien und eine Glücksbibliothek geboten werden. Damit könnten, im Idealfall, Glücksmomente produziert oder entdeckt werden. Dieses Kaufhaus des Glücks ist während der drei Akzente-Wochen täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Kurze und sehr kurze Filme zum Thema Glück laufen in Dauerschleifen im „kleinsten Autokino der Welt“. An fünf Tagen während des Akzente-Festivals wird der kleine Kinolieferwagen, der maximal acht Personen Platz bietet, an verschiedenen Orten der Innenstadt geparkt. Erste Parkstation ist am 7. März ab 18 Uhr die Kulturkirche Liebfrauen. Der Eintritt ins Oink-Autokino ist frei.

In einem Ladenlokal an der Friedrich-Wilhelm-Straße 12 öffnen für drei Wochen Duisburger Künstler ein „Kaufhaus des Glücks“. Foto: Annika Trautmann

Die beiden Künstlerinnen Karin Sommer-Heid und Ruth Bamberg gestalten zusammen mit dem Historiker L. Joseph Heid in einem Privathaus in Neudorf an drei aufeinander folgenden Sonntagen jeweils von 12 bis 15 Uhr ein Glücksprogramm voller Überraschungen. „Trautes Heim, Glück allein“ betiteln sie mit leicht ironischem Unterton ihr „familiär-gesellschaftliches Gemeinschaftsprojekt“. Der Eintritt ist frei, ein Hut geht rum. Anmeldung erbeten unter Tel. 0203 375695 oder per Mail unter trautes-heim@ruthbamberg.de.

„Leute machen Kleider“ heißt es am Samstag, 14. März, ab 16 Uhr, im Friseur-Geschäft und Café „Glück“ an der Obermauerstraße 39. Dort wird nicht nur fair produzierte Mode vorgestellt, sondern auch an die Menschen erinnert, die die Kleidungsstücke beispielsweise in Bangladesch,Vietnam, Deutschland oder China produzieren. Die Bremer Autorin Imke Müller-Hellmann liest ab 19.30 Uhr aus ihrem aktuellen Buch „Leute machen Kleider“. Der Eintritt ist frei.

Im „kleinsten Autokino der Welt“, das maximal acht Personen Platz bietet, wird an fünf Tagen ein Akzente-Kurzfilmprogramm gezeigt. Foto: Mobtik

Normalerweise kauft man an der Theaterkasse an der Neckarstraße 1 nur die Karten für Opern, Konzerte, Schauspiele oder Ballettabende. Am Dienstag, 24. März, 19.30 Uhr, ist es anders; da wird die Theaterkasse selber zum Veranstaltungsort. „Don Juan“ nach einer Erzählung von E.T.A. Hoffmann steht an dem Abend auf dem Programm. Realisiert hat diese „Opera e Motion“ die Duisburger Tänzerin, Choreografin und Literaturwissenschaftlerin Bettina Rutsch. Sie erzählt und „ertanzt“ in dieser Projektpremiere eine „große Oper auf kleinem Raum“. Eintritt: 15 Euro, ermäßigt zehn Euro. Karten gibt es an der Theaterkasse unter Telefon 0203 28362100.

„Was bedeutet für dich Glück?“ Diese Frage hat die Künstlerin Karin Koch Menschen aus höchst unterschiedlichen Lebensbereichen gefragt: Prostituierte, Pfarrer, Drogenabhängige, Ärzte, Missbrauchsopfer, Professoren usw. Aus diesen Antworten schuf Karin Koch eine Installation, die im Ludwigforum am Innenhafen zu sehen ist. Die Ausstellung wird am 7. März, 13 Uhr, im Beisein von Karin Koch eröffnet. Die Installation kann bis zum 29. März bei freiem Eintritt besichtigt werden.

Ein einziger Jubelschrei aus Tausenden Männerkehlen und Hunderten Frauenkehlen. So etwas erlebt man hierzulande eigentlich nur im Stadion, wenn die favorisierte Fußballmannschaft ein „Tooooor!“ schießt. Über Glücksgefühle im Fußball hat sich Ralf Koss bisweilen ernste, aber viel mehr lustige Gedanken gemacht. „Nach dem Anpfiff ist alles möglich“ heißt es in der Ruhrorter Kneipe „Zum Anker“ am Sonntag, 8. März, 18 Uhr (Anschrift: König-Friedrich-Wilhelmstraße 18). Der Eintritt ist frei, am Ende geht der Hut herum.

Die Akzente machen ein Wiedersehen und Wiederhören mit dem aus Duisburg stammenden Autor Heiner Feldhoff möglich. „Vom Glück des Scheiterns“ heißt der Abend, bei dem Feldhoff auch auf satirische Weise dem Glück auf die Spur kommen möchte. Und zwar am Donnerstag, 19. März, 19.30 Uhr, im Ruhrorter Malteserstift St. Nikolaus (Dr.-Hammacher-Straße 41).

Vielleicht ist Glück ja nur ein Wort mit „ü“, sinnieren Stefan Burczyk (Bass), Klaus Grospietsch (Texte und Gitarre), Pepe Heseding (Tasten) und Jörg Meier (Schlagzeug). Die vier nennen sich „Novo Strom Delta“ und verstehen sich als „Ernüchterungsinitiative“. Am Samstag, 28. März, kann man sie in der Ruhrorter Kneipe „Zum Hübi“ (Dammstraße 27, Leinpfad/ Ecke Horst-Schimanski-Gasse) mit ihrem Programm „Glück gehabt – das Leben und der Rest daneben“ erleben. Der Eintritt ist frei(willig), am Ende geht der Hut herum.