1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Ungeimpfte dürfen am verkaufsoffenen Sonntag nicht shoppen

Verkausoffener Sonntag in Duisburg : Wie der Einzelhandel auf die 2G-Regel reagiert

Die Geschäfte in Duisburg öffnen am zweiten Advent zum verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr – allerdings nicht für Ungeimpfte. Ab Samstag dürfen sie nicht mehr in die Geschäfte. Was der Handel dazu sagt.

Keine Chance für Ungeimpfte mehr: Wer jetzt noch Weihnachtsgeschenke braucht und nicht geimpft oder genesen ist, musste das noch am Freitag tun. Denn die Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel ist beschlossen. Sie soll bereits ab Samstag, 4. Dezember gelten. Das sieht die neue Coronaschutzverordnung des Landes vor, die am Freitag  veröffentlicht wurde. Zusätzlich hat auch die Stadt Duisburg einige weitere Regelungen verschärft (siehe Box) Ausgenommen von der 2G-Regel im Handel sind lediglich Geschäfte für den Einkauf des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien.

Für die Händler sei das eine „Katastrophe“, meint Doris Lewitzky, Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. Und das aus mehreren Gründen. „Kontrollen des Impfstatus sind eigentlich behördliche Aufgaben“, sagt sie. „Die Kontrollen auf den Weihnachtsmärkten übernehmen doch auch die Städte.“ Stattdessen ist aber nun vorgesehen, dass Beschäftigte im Handel selbst kontrollieren müssen, wen sie in ihr Geschäft lassen dürfen.

  • Die Einhaltung der Vorschriften auf dem
    Corona-Pandemie : Maskenpflicht in der Duisburger City bis 21. Dezember verlängert
  • DIHK-Präsident Peter Adrian
    Mehr Wirtschaftshilfen gefordert : Einzelhändler und Gastronomen reagieren entsetzt auf bundesweite 2G-Regel
  • Die Corona-Lage in Duisburg bleibt dynamisch.
    1209 Neuinfektionen an einem Tag : Das sind die aktuellen Corona-Zahlen in Duisburg

Das führe an Wochenenden unvermeidlich zu Schlangen an den Eingängen. „Das kann ja auch im Hinblick auf Abstand und Kontaktvermeidung eigentlich nicht richtig sein“, so die Vertreterin des Handels. Eine Möglichkeit wäre die Anwendung eines farbigen Armbändchen ähnlich wie im All-inclusiv-Urlaub. Dann würde der korrekte Impfstatus nur einmal überprüft und festgestellt, so dass mann mit einem aktuellen Armbändchen dann überall hereinkäme. „Aber dafür braucht es natürlich eine gewisse Vorbereitungszeit, das können wir nicht von jetzt auf gleich regeln. Für die Vorweihnachtszeit wäre das wohl keine praktikable Lösung mehr“, so Doris Lewitzky.

Zudem sind die Beschäftigten im Einzelhandel auch keine Impfbescheinigungsexperten. Nach Möglichkeit sollen die gelben Heftchen und andere schriftliche Impfnachweise wegen der Vielzahl an im Umlauf befindlichen Fälschungen nicht genügen, vielmehr sollen nur Nachweise mit einem QR-Code gelten, die bei Bedarf gescannt werden können. Dies ist zum Beispiel bei den entsprechenden Apps der Fall, ansonsten kann der QR-Code auch in Apotheken angefordert werden. Aber gerade für ältere Menschen ohne Smartphone könnte dies ein weiteres Hindernis sein.

Wenn kein Ungeimpfter mehr ins Ladenlokal darf, seien aufgrund der hiesigen Impfquoten von vornherein rund 30 Prozent potenzieller Käufer vom Shoppen ausgeschlossen. „In Bayern und anderen Gegenden Deutschlands, in denen die 2G-Regel schon angewendet wird, gibt es einen Rückgang von Frequenz und Umsatz zwischen 20 und 50 Prozent. Vor diesem Hintergrund sehe ich schon einige Händler auch bei uns in ihrer Existenz bedroht.“

Schließlich gilt das zweite Adventswochenende als das umsatzstärkste im ganzen Jahr. Das gilt  erst recht, wenn wie an diesem Sonntag in Duisburg von 13 bis 18 Uhr wieder verkaufsoffen ist. Normalerweise ist an solchen Terminen die City brechend voll. Schon der erste Adventssamstag am vergangenen Wochenende fiel aus Sicht des Handels nicht so positiv aus wie erwartet. „Wir sind eigentlich optimistisch gewesen – und dann kam Omikron. Das hat scheinbar viele davon abgehalten, sich in die Städte zu begeben und für zusätzliche Unsichertheit gesorgt“, so Doris Lewitzky.

Der Einzelhandel bemängelt, dass es keinen finanziellen Ausgleich für die zu erwartenden Verluste gebe. Die im vergangenen Jahr durch die Schließungen im Weihnachtsgeschäft angehäuften Verluste habe man im gesamten Jahr 2021 nicht  wettmachen können. Entsprechend mies ist die Stimmung der Einzelhändler. Ähnlich wie Gastronomen und Hoteliers sehen sie sich zu Unrecht als Hauptleidtragende: Doris Lewitzky: „Wir sind doch gar nicht die Treiber der Pandemie.“