Duisburg und Düsseldorf streiten sich um Wasserrechte in Rahm

Streit um Wasserrechte : Weiter Ärger um Rahmer Bach

Die Arbeitsgemeinschaft Rahmer Bach ist überzeugt, dass sich der Streit um die Wasserrechte mit der Stadt Düsseldorf noch über Jahre hinziehen könnte. Die neuen Brücken über den trockenen Bach werden nach und nach fertig.

Zwei Jahre werden die Verhandlungen über die Wasserrechte dauern, glaubt Ulrich Bartkowiak. Der alte Rahmer ist in vielen Vereinen aktiv, etwa als Ehrenvorsitzender der Rahmer Pfadfinder, als Vorsitzender des Fördervereins St. Hubertus und als Ortsausschusssprecher von Rahm. Er liebt seine Heimat, aber sein Herz gehört ganz besonders dem Rahmer Bach, der seit eineinhalb Jahren kein Wasser mehr führt, weil die Wasserrechte ausgelaufen sind. Nun will Ulrich Bartkowiak mit seiner Arbeitsgemeinschaft Rahmer Bach die Wiederbewässerung voranbringen. „Sonst wird aus dem Graben schnell ein Drecksgraben.“

Erst im Frühjahr hatte Ulrich Bartkowiak zu einer groß angelegten Bachreinigungskation aufgerufen. 300 Menschen nahmen daran teil, was ein riesiger Erfolg war. „Das Bachbett muss regelmäßig gepflegt werden. Denn auch hierin gibt es eine Flora, Setzlinge von Bäumen und Sträuchern wachsen darin. Und vor der Pflanzenschutzzeit gilt es, sie sach- und fachgerecht zu pflegen“, fügt er hinzu.

Unstimmigkeiten gab es wegen des Rahmer Bachs zwischen den Wirtschaftsbetrieben und einigen Vertretern des Bürgervereins Großenbaum/Rahm. Auslöser war ein Brief von Rahmern, der bei Uwe Linsen, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe, als „Lehrstück“ interpretiert wurde und zu seinem Unmut geführt hat. Und auch in der Bezirksvertretung Süd hatte noch am 31. Oktober Beate Lieske, Bezirksbürgermeisterin, betont, wie endlos die Diskussionen um den Rahmer Bach, seine Bewässerung und seine Brücken gedauert haben.

„Wir haben noch viele andere wichtige Themen auf der Agenda“, sagte sie. Doch für die Rahmer ist ein Bach ohne Wasser nicht hinnehmbar. Zumal die Renovierung der Brücken weiter voranschreitet. Die Querung am Thelenbusch Richtung S-Bahnhof war schon im September als Anrampung aus Stahl mit Betonfundamenten für 60.000 Euro fertiggestellt worden. Nun ist die Erneuerung des so genannten Lügenbrückchens in Höhe Thelenbusch 121 seit dem 6. Dezember fertig. Kosten: etwa 40.000 Euro. „Sie glauben ja nicht, wie wir hier zum Teil angefeindet werden“, erzählt einer der Arbeiter von einem beauftragten Unternehmen. „Die Leute schimpfen, was für eine Geldverschwendung von Steuermitteln das hier sei“.

Eine endlose Geschichte, so scheint es. Wird der Rahmer Bach je wieder Wasser führen? Wer bestimmt das und wenn ja, wann ist damit zu rechnen? Die Oberbürgermeister beider Städte, Sören Link aus Duisburg und Thomas Geisel aus Düsseldorf, haben sich zu dem Thema getroffen. Dabei soll OB Geisel betont haben, dass er gerade viel um die Ohren habe. Die Umweltspuren und Probleme mit der Rheinbahn-Chefin lassen wohl grüßen. Tatsache ist, dass die Wasserrechte schon 1993 ausgelaufen sind. Und nach der Europäischen Richtlinie ist die Obere Wasserbehörde der Bezirksregierung zuständig und nicht etwa der Düsseldorfer Rathauschef. Der kann in dem Zusammenhang nur Türöffner sein.

Für Januar 2020 plant Ulrich Bartkowiak ein Treffen mit allen Rahmer Vereinen. „Wir als Arbeitsgemeinschaft Rahmer Bach arbeiten hier mit allen als ein Gremium zusammen. Tatsache ist, dass das Ganze ein langer Prozess ist“, räumt er ein. Dabei gibt es bereits verschiedene Ansätze, den Bach wieder mit Wasser zu füllen. Es könnte ein Arm zum Dickelsbach geöffnet werden. Es gebe viele Wassergräben im FFH-Gebiet. Auch eine Zuleitung zu einem alten Arm an der alten Kellnerei vorbei in Angermund sei denkbar. Hinzu kommt die Idee, in Höhe der alten Oberförsterei Richtung Angermund einen Brunnen zu bauen, der den Rahmer Bach speist.

„Für das kommende Jahr haben wir viele Denkansätze, und welcher letztlich realisierbar wird, werden wir erfahren. Es bleibt spannend“, betont Ulrich Bartkowiak gegenüber dieser Zeitung.