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Duisburg: TS Rahm wünscht sich eine Turnhalle

Verein will den Stadtteil stärken : Turnerschaft Rahm wünscht sich eine Turnhalle

Der neue Kunstrasenplatz auf der Anlange am Reiserpfad ist fertig. Nun wünscht sich der Verein eine Turnhalle.

Martin Kleinen hat einen Traum. Der 50-jährige Versicherungskaufmann und Vorsitzender des Gesamtvereins Turnerschaft Rahm, zu dem auch der Tennisclub und die Handballabteilung gehören, ist aber kein Traumtänzer, sondern Realist. Er wünscht sich, dass in naher Zukunft eine Sporthalle auf der Anlage der TS Rahm am Reiserpfad stehen wird. Wir trafen ihn jetzt zum Gespräch.

In der Sonne strahlt der Kunstrasenplatz auf dem Gelände der Turnerschaft Rahm. Martin Kleinen hat in diesen Tagen viel zu tun, weil sich einfach durch die Corona-Krise die Anfragen im Versicherungsbereich stapeln. Doch er ist oft hier auf der Sportanlage und zeigt stolz auf den etwa 95 Meter mal 65 Meter großen Platz. „Wir konnten den Kunstrasen, der der neuesten Generation entstammt, im vergangenen Sommer einweihen. Das Tolle an dem Material ist der Mix aus geraden und gekrümmten Halden, das kommt dem echten Rasen extrem nahe“. Der gebürtige Rahmer ist dem Verein seit Mitte der 70-er Jahre sehr verbunden, da hat er hier angefangen, Fußball zu spielen. Seine aktive Zeit hat er eingestellt, stattdessen trainiert er seit 20 Jahren die Jugend und auch die Damen-Hobbymannschaft.

Dass Kleinen stolz auf die ringsum hoch eingezäunte Platzanlage ist, hat einen Grund. Denn als er sie 2019 eingeweiht hat, kam auch Peter Frymuth aus Düsseldorf. Der Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes und Präsident des Fußballverbandes Niederrhein war erstaunt, dass ein Verein wie die TS Rahm den finanziellen Spagat schafft, einen solchen Platz mit Kunstrasen auszustatten. Die Vereine in Düsseldorf bekämen ja immer viel Unterstützung von der Stadt, aber in Duisburg? Martin Kleinen lächelt. „Da bin ich wohl 300 Meter zu weit nördlich von der Stadtgrenze aufgewachsen“, meint er lapidar.

709.000 Euro hat der Kunstrasenplatz gekostet. Die Hälfte hat die Stadt übernommen, die andere Hälfte der Verein. Dass 93.000 Euro Spenden eingegangen sind, darunter 450 Einzelspenden, hat Martin Kleinen gerührt. „Die Spender wollten nicht genannt werden, haben sich dabei gefreut, dem Verein zu helfen, der wiederum den Stadtteil stärkt“, erzählt er mit glänzenden Augen. Dass Vereinsmitglieder mit zinslosen Darlehen über 150.000 Euro auch noch geholfen haben, war wohl ein Geschenk des Himmels. „Den Rest stemmen wir, denn wir haben ja auch Einnahmen, etwa die Pacht der Kita Gartenzwerge und durch das neue Vereinsheim mit kleiner Gastronomie “, erklärt er. Dass er beiden derzeit auf Grund von Corona die Pacht erlassen hat, ist eine schöne Geste des Vereins. „Wir sind wohl der einzige Sportverein weit und breit, der über solche Einnahmen verfügt. Und das hilft uns auch, die Kosten für die Platzanlage innerhalb von vier Jahren abzuzahlen“.

Doch Martin Kleinen denkt weiter. Nicht nur, dass die benachbarte Gemeinschaftsgrundschule Am Knappert auch die Erlaubnis vom Verein hat, in den Sommermonaten ihren Sportunterricht hier auf der Anlage abzuhalten, was sie gern fortführen, sobald der Schulbetrieb wieder läuft. Der Vorsitzende möchte eine Sporthalle nahe der Platzanlage bauen. Rahm braucht eine Halle, die seit Jahren überfällig ist, findet er. Und damit ist er nicht alleine. Dass es Hartnäckigkeit und Ausdauer zur Realisierung solcher Projekte braucht, das hat er schon erfahren, als er die Lokalpolitik um Unterstützung für den Kunstrasenplatz gefragt hat. Da gingen viele Türen ruckzuck zu, wenn es bei den Politikern um ihr eigenes Scherflein ging.  Doch schließlich hat er sich durchgesetzt. Ohne die Rahmer undenkbar, bestätigt er. Wie wichtig das Gesamtkonzept für den Stadtteil ist, wäre lange unterschätzt worden. „Es sind ja Neubaugebiete in Planung, etwa Am Rahmerbuschfeld. Da ziehen doch junge Familien hin, und die Kinder spielen fast alle Fußball“, fügt er hinzu. Dass der Verein auch einen sozialen Auftrag hat, das kann Martin Kleinen nur betonen. „Wir geben allen Familien Raum und eine sportliche Heimat“, versichert er.

Die TS Rahm kann noch mit anderen Erfolgen punkten. Die Mitgliederzahl ist auf 750 angewachsen. 20 Mannschaften, davon 15 Jugend- und fünf Seniorenmannschaften, trainieren hier. Die Mädchen sind seit Jahren richtig erfolgreich. “Wir haben Mädchenmannschaften im Alter von elf, 13, 15 und 17 Jahren und die Hobby-Damen. Die sind so erfolgreich, dass sie bis zum Niederrhein und anderswo zu Spielen unterwegs sind“, fügt er hinzu. Dass er noch eine Spielfläche für die kleineren Geschwister hinter der Platzanlage plant, erzählt er. Der Mann hat viel vor und wird es schaffen. Auch die Sporthalle. „Das ist einfach mein Stadtteil und mein Verein“, betont er.