Duisburg: Trio Agora im Haniel Akademie-Konzert

Trio Agora im Haniel Akademie-Konzert: Lebendige und klangschöne Töne aus Litauen

Das Trio Agora gastierte im Haniel-Akademie-Konzert mit mitreißenden litauischen Volksliedern.

Vor drei Jahren gründeten der Klarinetttist Žilvinas Brazauskas, geboren 1991 in Litauen, die amerikanische Cellistin Natania Hoffman, Jahrgang 1992, und der litauische Pianist Robertas Lozinskis an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ das Trio Agora. Der Name Agora bezeichnete im alten Griechenland den zentralen Markt- und Festplatz einer Stadt, und ebenso stellte das Trio Agora die Begegnung von Menschen und Kulturen in den Mittelpunkt seiner Arbeit. 2018 gewann das Ensemble den ersten Preis beim „Internationalen Anton Rubinstein Wettbewerb für Kammermusik“ in Düsseldorf.

Jetzt gastierte das Trio Agora im ersten Haniel Akademie-Konzert der Saison 2018/19. Das erste Werk auf dem Programm hatte der 1953 geborene kanadisch-amerikanische Komponist Joel Hoffman 2017 für das Trio Agora und das 100. Jubiläum der Unabhängigkeit Litauens 2018 geschrieben – sein Großvater stammte aus Litauen und er ist der Vater der Ensemble-Cellistin. „Ei, jauga jauga“ verwendet vier teils melancholische, teils mitreißende litauische Volkslieder. Eines davon sang der Klarinettist in Ruhrort zunächst von hinten, bevor auch er die Bühne betrat. Darauf folgten drei Werke von Meistern, die zum Zeitpunkt der Komposition weniger als 30 Jahre alt waren. Das war zunächst das Trio élégiaque Nr. 1 g-Moll des 19-jährigen Sergej Rachmaninow (1892), wobei das Trio Agora den Violinpart behutsam für Klarinette bearbeitet hatte, und dann das bekannte Trio B-Dur op. 11 des 28 Jahre jungen Ludwig van Beethoven (1798). Man nennt es auch „Gassenhauer-Trio“, denn der letzte der drei Sätze besteht aus Variationen über den damaligen Schlager „Prio ch’io l’impegno“ („Eh ich ans Werk gehe, will ich ein wenig essen“) aus Joseph Weigls Oper „L’amor marinaro“ („Korsar aus Liebe“). Nach der Pause kam noch ein drittes U30-Trio, nämlich jenes in d-Moll op. 3, in dem der 25-jährige Alexander Zemlinsky 1896 das musikalische Erbe von Johannes Brahms in den Jugendstil überführte.

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Das Trio Agora spielte in der Haniel Akademie immer sehr lebendig und klangschön, nur manchmal – vor allem bei Beethoven – hätten die Akzente etwas kräftiger sein können, entsprechend dem jugendlichen Image des Ensembles. Da gab es natürlich eine augenzwinkernde Zugabe – es war eine von Brazauskas komponierte jazzige Parodie, sie nutzte die Ähnlichkeit von Beethovens Gassenhauer mit „Oh when the saints“ und „I got rhythm“.

Im nächsten, zweiten und somit schon letzten Haniel Akademie-Konzert der Saison am Dienstag, 2. April 2019, um 20 Uhr, bringt das renommierte Minguet-Quartett Werke von Joseph Haydn, Peter Ruzicka, Gustav Mahler und Beethoven.

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