1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Trickbetrüger hatten es auf M;ieger

Kriminalität : Trickbetrüger hatten es auf Mitglieder des Rotary Clubs abgesehen

Der Enkeltrick am Telefon ist ja eigentlich eine altbekannte Masche. In Duisburg versuchten es jetzt Betrüger bei gleich mehreren Mitgliedern des Rotary Clubs mit dem selben Trick. Das sei ungewöhnlich, so die Polizei.

Trickbetrüger sind offenbar an eine Liste mit Telefonnummern von Mitgliedern des gemeinnützigen Rotary-Clubs Duisburg gelangt. Mindestens 16 Mitglieder haben am Dienstag Anrufe von falschen Töchtern bekommen, die mit weinerlicher Stimme berichteten, dass sie einen tödlichen Unfall verursacht hätten. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Nur eine Kautionszahlung – am liebsten mehrere zehntausend Euro in bar – könne sie davor bewahren noch am selben Nachmittag ins Gefängnis zu kommen, berichteten die falschen Töchter.

Dann übergaben sie das Gespräch an einen angeblichen Kripo-Mitarbeiter. Dieser setzte darauf, den emotionalen Ausnahmezustand des Angerufenen auszunutzen.

Zu erfahren, dass die eigene Tochter jemanden bei einem Autounfall getötet haben soll und jetzt kurz davor sei, dafür "eingebuchtet zu werden", lässt auch Menschen, die mitten im Leben stehen Dinge glauben, die sie unter normalen Umständen niemals ernst nehmen würden, so die Polizei.

Durch Sätze wie "Nur weil Sie Geld haben, stehen Sie nicht über dem Gesetz" übte der falsche Polizeibeamte am anderen Ende der Telefonleitung zusätzlichen Druck aus. In den bisher bekannt gewordenen Fällen hatten die Betrüger damit keinen Erfolg. Aber sie werden es weiter versuchen. Daher warnt die Polizei:

  • Eine fremde Frau gab sich am
    Falsche Polizisten rufen in Mönchengladbach an : Pfiffiger Senior (89) lässt Trickbetrüger abblitzen
  • Der Rotary Club Hilden Haan Erkrath
    Wenn andere Quellen erschöpft sind : Rotary Sozialfonds hilft Flutopfern mit 30 000 Euro
  • Der Lohbruchweg in Krefeld: Die Eheleute
    Kamp-Lintforter verlieren mehr als 100.000 Euro : Falsche Polizisten legen Eheleute rein

Bleiben Sie misstrauisch und sprechen Sie mit Verwandten über das Geschehene, bevor Sie fremden Menschen Geld in die Hand drücken. Die echte Polizei wird Sie niemals nach Ihrem Bargeld fragen oder Auskünfte zu Ihrem Konto- oder Depotbeständen einholen.

Gehen Sie sorgfältig mit ihren Daten um und geben Sie Ihre privaten Telefon- und Handynummern im besten Fall nur im engen Familien- und Freundeskreis weiter. Sollten Sie Daten - in Form von Telefonlisten - entsorgen wollen, schreddern Sie diese und werfen Sie sie nicht komplett lesbar in den Hausmüll

Ungewöhnlich aus Sicht der Ermittler ist am oben beschriebenen Fall, dass anscheinend eine ganze Reihe von Clubmitgliedern innerhalb kurzer Zeit zum Ziel einer solchen Anrufwelle geworden ist. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

(RP)