Duisburg: Tonnenschwere Filter schweben über dem Wasserwerk Bockum

Stadtwerke Duisburg investieren Millionen: Tonnenschwere Filter schweben über Wasserwerk Bockum

Die Stadtwerke haben das Wasserwerk Bockum für zwei Millionen Euro mit sechs neuen Großfiltern ausgerüstet. Dafür wurden in der Nacht ein 500- Tonnen-Kran und vier tonnenschwere Großfilter vom Krefelder Hafen zum Wasserwerk in Bockum gebracht.

Die Stadtwerke investieren an ihrem Standort im Düsseldorfer Norden Millionen in die Versorgungssicherheit der Duisburger. Am Dienstag stand an einem der beiden dortigen Wasserwerke ein sehr interessantes Großprojekt an. Dafür wurden in der Nacht ein 500-Tonnen-Kran und vier tonnenschwere Großfilter vom Krefelder Hafen zum Wasserwerk in Bockum gebracht – eine echte Herkulesaufgabe, die vor allem vom Transportunternehmen einiges an Feingefühl erforderte.

„Die Anfahrt war  mit einigen Herausforderungen verbunden“, sagt Michael Schmidt, bei den Stadtwerken verantwortlicher Projektleiter für den Umbau des Wasserwerks. „Die neuen Filter haben Überbreite und sind höher als gewöhnliche Lastzüge. „Das Transportunternehmen musste zum Beispiel dafür sorgen, dass auf dem Zufahrtsweg Schützenfestwimpel abgenommen werden, die über die Straße gespannt waren. Außerdem gab es einige Kurven, in denen es wirklich eng wurde.“

Am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr konnten die Ingenieure dann mit den Installationsarbeiten beginnen. Der Schwerlastkran hob zunächst die alten Filterbehälter aus den 1960er Jahren aus ihren Verankerungen. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurden – ebenfalls per Kran – die neuen Großfilter  eingesetzt.

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Die gesamte Maßnahme war notwendig und kostet die Stadtwerke rund zwei Millionen Euro. „Die alten Filter waren mehr als 50 Jahre in Betrieb“, sagt Schmidt. „Damit können wir mehr als zufrieden sein. Allerdings hatten sie nun auch das Ende ihrer Lebenszeit erreicht.“ Sie seien sowohl von der Materialbeschaffenheit als auch von ihrem Funktionsbetrieb her nicht mehr auf dem Stand der Technik. „Die neuen Filter haben mit rund 450 Kubikmetern Wasserdurchlauf pro Stunde eine deutlich höhere Leistung als die alten Modelle“, sagt Schmidt.

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Bereits im März waren die ersten beiden der sechs neuen Großfilter eingesetzt worden. Die zeitliche Trennung der beiden Maßnahmen war notwendig, da der Austausch bei laufendem Betrieb erfolgen muss. Die nun installierten Anlagen werden in den kommenden Monaten angeschlossen und mit einem speziellen Quarzsand als Filtermaterial befüllt. Bis Ende des Jahres wollen die Stadtwerke mit der gesamten Maßnahme fertig sein.

„In der 110-jährigen Betriebszeit des Wasserwerks Bockum hat sich die Beschaffenheit des geförderten Trinkwassers immer wieder verändert“, sagt Stadtwerke-Sprecher Thomas Kehler. „Wir haben deshalb beschlossen, in den neuen Anlagen einen grobkörnigen Quarzsand als Filtermaterial einzusetzen, der besser auf die heutige Wasserqualität abgestimmt ist.“

Die beiden Wasserwerke der Stadtwerke in Düsseldorf Wittlaer und Bockum versorgen in Duisburg etwa 250.000 Haushalte mit Trinkwasser. Dabei wird das Grundwasser über Brunnen gefördert, gefiltert, aufbereitet und anschließend in Trinkwasserqualität ins Duisburger Versorgungsnetz eingespeist. Darüber hinaus bezieht das Unternehmen Trinkwasser über eine Pipeline aus dem Halterner Stausee im Kreis Recklinghausen.

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