Tierheim Duisburg Neuer Standort scheint perfekt — endlich Platz für alle Hunde und Katzen

Duisburg · Marode, überfüllt, nicht mehr zeitgemäß: Das Tierheim Duisburg braucht einen Neubau. Dafür ist nun ein Standort in Asterlagen gefunden worden, der alle Kriterien erfüllen soll. Die umstrittenen Pläne für den Bau im Businesspark sind damit vom Tisch.

 Bei den Tagen der offenen Tür gab es im Tierheim immer großen Andrang.

Bei den Tagen der offenen Tür gab es im Tierheim immer großen Andrang.

Foto: Norbert Prümen (nop)

Bereits in der Sitzung des Rates der am kommenden Montag, 15. April, beraten und entscheiden die Ratsmitglieder über den Neubau des Tierheims Duisburg an einem neuen Standort. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Schon im März 2023 hatte der Rat den Neubau des Tierheims Duisburg an der Dr.-Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße in Asterlagen auf einem etwa 13.000 Quadratmeter großen Grundstück beschlossen, da die Bausubstanz des Städtischen Tierheims an der Lehmstraße bekanntermaßen schon lange marode ist. Betreiber des Tierheims ist seit 2002 der Verein Tierschutzzentrum e.V.

Allerdings könne der Neubau „wegen höheren Flächenbedarfs“ nicht an diesem Standort realisiert werden, heißt es nun seitens der Stadt. Gegen den Standort im Businesspark Asterlagen hatte es aber auch Widerstände gegeben, unter anderem von Anliegern aus dem Businesspark. Die befürchteten insbesondere, dass sich durch permanentes Hundegebell Teilnehmer an Weiterbildungsveranstaltungen und Übernachtungsgäste gestört fühlen können.

Die intensive Suche nach einem alternativen Grundstück, das die gestiegenen Anforderungen erfüllt und gleichzeitig gut erreichbar ist, war nun nach Angaben der Stadt in der unmittelbaren Nachbarschaft erfolgreich: Eine geeignete Fläche wurde gegenüber des Business Parks Asterlagen gefunden.

Das Grundstück befinde sich im Eigentum der Stadt und werde momentan noch landwirtschaftlich genutzt. Auf einer 25.000 Quadratmeter großen Teilfläche ließen sich alle „inhaltlichen und tierschutzrechtlich gebotenen“ Tierheimanlagen realisieren, wie eine Projektvorprüfung ergeben habe. Die Erschließung an dieser bereits mit einer Ampelanlage ausgestatteten Kreuzung an der Essenberger Straße ist im Rahmen des Bauvorhabens „angemessen zu erweitern“, so die Stadt. Auch müssen ausreichend Stellplätze für Mitarbeitende, Besuchende und Ehrenamtliche eingeplant werden.

Ein Teil der Fläche soll als Außentrainingsfläche für Hunde vorgesehen werden. Außerdem werde es in allen Abteilungen räumlich getrennte und funktionale Quarantäne- und Krankenabteilungen geben, um sicherzustellen, dass sichergestellte oder krank aufgefundene Tiere den übrigen Tierbestand nicht gefährden. Der Neubau werde Platz für 80 Hunde, 185 Katzen und ungefähr 130 Kleintiere und Vögel bieten (siehe Box).

Grundlage der neuen Planung ist eine Machbarkeitsstudie des auf Zoos und Tierhaltung spezialisierten Architekturbüros Rasbach aus Oberhausen. Dabei ging es unter anderem auch darum, eine angemessen große Fläche pro Tier zu berücksichtigen – bei einem Hund sind das beispielsweise etwa zehn Quadratmeter. Zudem muss berücksichtigt werden, wie viele Tiere man auf einem bestimmten Raum vergesellschaften kann, ohne dass es zu Stresssituationen kommt. Auch Diagnose- und Behandlungsräume für tierärztliche Untersuchungen sind vorgesehen.

Die Stadt rechnet mit etwa 20 Millionen Euro Baukosten und 1,6 Millionen Euro für die Planungskosten.

Mit der Planung und Durchführung der Maßnahme soll die Duisburger Infrastrukturgesellschaft mbH (DIG) unmittelbar nach der Beschlussfassung des Rates beauftragt werden.

(mtm)
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