Duisburg: Theater Strahl spielt Klasse Tour im Stadttheater

Berliner Gastspiel in Duisburg: Maskentheater der Extra-“Klasse“ im großen Haus

Das Theater Strahl aus Berlin gastierte in Koproduktion mit dem Theater Duisburg mit „Klasse Tour“ unter neuen Bedingungen.

Unglaublich, aber wahr, was sechs Menschen für ein Theater machen können! Die besagten sechs sind Ensemblemitglieder beim Theater Strahl aus Berlin und gastierten am Montag und Dienstag mit ihrer Produktion „Klasse Tour“ im Duisburger Stadttheater.

Seit elf Jahren schon betreiben das Berliner und das Duisburger Theater ihre Kooperation, die mit dem sich zum Kultstück entwickelten „Klasse Klasse“ einst begann und sich in derselben Weise mit „Klasse Tour“ inzwischen fortgesetzt hat. Wurde erstgenanntes Stück noch stets im Foyer III des Duisburger Theaters gezeigt, findet das Nachfolgestück seinen festen Platz nun auf der großen Bühne – und diese braucht das rasante Spiel auch.

Nach der Berliner Uraufführung Ende 2011 kam „Klasse Tour“ gleich zu Beginn des Jahres 2012 ins koproduzierende Theater nach Duisburg. Publikum und Kritik waren damals gleichermaßen begeistert. Auch nach sechs Jahren dauerhaftem Spielbetrieb, ob in Berlin, hier oder anderswo, hat die Inszenierung an nichts eingebüßt. Sie wirkt nach wie vor frisch und unverbraucht, ist zeitlos aktuell, fährt ein hohes Tempo – und das ganz im Sinne der Geschichte, die erzählt wird.

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Denn endlich ist es so weit: Klassenfahrt ist angesagt! Eine Schulklasse auf Reisen. Alles scheint wie immer. Die Umgebung ist zwar fremd, doch die Verhaltensmuster der Schüler und Lehrer sind die alten. Bis etwas Besonderes passiert, bis die ersten Schüler plötzlich aus ihrer gewohnten Rolle ausbrechen. Die Klasse begegnet sich neu und die Welt ändert sich. Lehrer und Schüler sind im Ausnahmezustand!

 Michael Vogels Regie hat die Handlung als Stationstheater konzipiert: Alles beginnt für alle am Duisburger Hauptbahnhof. Es folgen ein „Travelling by Deutsche Bahn“, der Ankunft am Ort, in der Herberge und auf dem Zimmer, das Essen in der Kantine, ein mehrtägiges Ausflugsprogramm in die Umgebung und nicht zuletzt die vielen Partys, ob im Schlafsaal oder in der Disko. Bei alledem kommen die fünf Spieler (Anne-Rebekka Düsterhöft, Sabine Rieck, Dana Schmidt; Alfred Hartung, Wolfgang Stüßel) gänzlich ohne verbale Sprache und menschliche Mimik aus. Sie schlüpfen in 14 verschiedene Figuren, nur durch Masken und Kostüme, Haltung und Gestik unterscheidbar. Das ist große Kunst!

Doch der heimliche Star der Inszenierung ist der Beatboxer Daniel Mandolini. Er wirkt offen auf der Bühne, ist Geräusche- und Musikmacher zugleich, ausgestattet nur mit seinem natürlichen Mundwerkzeug, spielt dazu bisweilen auf Keyboard und Gitarre und schafft mit alledem einen Bilder- und Klangteppich, der seinesgleichen sucht. Einfach großartig! Das sah so auch das überwiegend junge Publikum und war total aus dem Häuschen. Zu Recht!

(reife)