Duisburg: Tausende Besucher feiern Drachenboot-Fun-Regatta und Innenhafenfest

Fun-Regatta : Per Drachenboot gegen die Uhr

Die Drachenboot-Fun-Regatta und das Innenhafenfest lockten am Wochenende tausende Besucher auf Duisburgs Vorzeige-Meile. Obwohl es vor allem um den Spaß ging, lieferten sich die Kontrahenten ehrgeizig geführte Rennen.

Wenn das Startsignal ertönt, gibt es bei der Drachenboot-Fun-Regatta kein Halten mehr. Am Ufer des Innenhafens feuern mehrere tausende Besucher ihre Favoriten an. Unbarmherzig gibt der Trommler am Bug den Takt vor. Der Steuermann versucht das Boot auf Kurs zu halten. Drei Tage lang war Duisburg wieder das Mekka für Drachenboote. Auch bei der inzwischen 20. Auflage ging es um Spaß, Sport und spannende Wettkämpfe.

Chef-Organisator Werner von Häfen kann sich noch sehr gut an die Anfangszeiten erinnern. An elektronischer Zeiterfassung im Ziel war vor 20 Jahren nicht zu denken. „Wir haben mit Stoppuhren gearbeitet.“ Das sei glücklicherweise lange vorbei. „Damals hatten wir auch nur 32 Teams.“ Diesmal meldeten sich 140 Mannschaften an. Seit 2005 steht die Veranstaltung mit 170 Mannschaften und 3.500 Teilnehmern als größte Drachenboot-Regatta der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Der Rekord wurde 2019 nicht geknackt. Circa 3000 (Hobby-) Sportler steigen in die Boote, um sich diesem feuchten Vergnügen hinzugeben. Im Laufe der Jahre hat sich die Regatta in und um Duisburg zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Gestartet wird mittlerweile in unterschiedlichen Rennserien wie Schulmeisterschaften, Sponsoren und Leistungsklassen.

Heutzutage ist eben vieles anders als früher. Manches hat sich hingegen nicht verändert. Schon nach dem ersten Wettkampftag müssen einige der charakteristischen Drachenköpfe am Bug repariert werden. Auch an den Seiten von so manchem Boot sind einige Schrammen zu sehen. Wo Laien, Sportvereine oder Unternehmen paddeln, können eben schon mal Späne fallen.

Geblieben ist zum Beispiel die sportliche Begeisterung. So wie bei der Aquagarde Blau-Weiß. Die Männer und Frauen, 20 an der Zahl, steigen in ihren blauen T-Shirts vom Steg ins Boot. Ganz vorsichtig, dass bloß keiner ins Wasser fällt. Das Körpergewicht muss gleichmäßig verteilt werden. Wenn alle Platz genommen haben, machen sie sich langsam auf den Weg zum Startbereich. 250 Meter müssen sie so schnell wie möglich zurücklegen. Im Finale wären es sogar 500 Meter. Das Kräftemessen kann beginnen. Im Halbfinale heißen die Kontrahenten „Der Rhenusdampfer“, „Aktiv-Haus“ und „ImpellerPullers“. Am Ende macht die Aquagarde das Rennen. Der Grund für ihre regelmäßige Teilnahme? „Wir wollen gewinnen, haben aber auch Spaß an der Freud“, so die Antwort der Karnevallisten. Es geht also nicht nur um Ruhm und Ehre.

Nach jedem Lauf warten Mitglieder der Teams am Infozelt gespannt auf die Ergebnisse. Diese werden, ganz wie in alten Zeiten, noch von Hand auf den Zetteln notiert. „Die Zeiten der beiden Vorläufe und des Halbfinals werden veröffentlicht“, erklärt von Häfen. Die Finalzeiten werden erst bei der Siegerehrung bekannt gegeben. Auf dem Wasser geht es derweil weiter Schlag auf Schlag. Alle sechs Minuten wird auf vier Bahnen gestartet. „Gleichmäßig und gemeinsam paddeln“, sagt von Häfen. Wer sich nicht an diese Vorgabe hält und mehr oder weniger für sich selbst paddelt, hat letztlich keine Chance auf den Sieg.

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