Duisburg: Studium und Arbeit unter einen Hut bringen – so klappt’s

RP-Praktikantin berichtet : Studium und Arbeit unter einen Hut bringen – so klappt’s

Die meisten Studenten gehen einer Nebenbeschäftigung nach, nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen. Neben dem Studium ist es nicht immer einfach, Nebenjob und Freizeit unter einen Hut zu bekommen.

Schwierig wird es zudem für Studenten, wenn sie auf Teilzeitbasis arbeiten müssen, das heißt 20 bis 30 Stunden pro Woche. Das trifft auf viele zu, da sie neben den Studiengebühren und weiteren notwendigen Equipment zusätzlich den eigenen Haushalt finanzieren müssen – da ist das Teilzeit-Arbeiten unumgänglich. Hinzu kommen auch Studenten, die keinen Anspruch auf Ausbildungsförderung haben und sich bereits vor Beginn des Studiums auf eine Nebenbeschäftigung einstellen müssen. Doch die meisten Aushilfsstellen sind nicht so belastend wie es immer scheint. Oft findet die Arbeit in Gastronomien an Wochenenden statt, sodass man meistens sogar Zeit für eine Zweitbeschäftigung hat. Freiberuflich ausgeführten Tätigkeiten kann man unter der Woche meistens problemlos nachgehen, da die Stundenzahl ohnehin gering ist, und man immer neue Kontakte knüpfen kann.

Als Studentin der Fächer Germanistik und Geschichte (im achten Semester) arbeite ich alle zwei Wochen an Sonntagen in einem Café, und unterrichte zweimal pro Woche freiberuflich an einer Realschule. Es mag etwas viel klingen, ist es aber nicht. Die Unterrichtseinheit an der Realschule ist so gering, dass ich am selben Tag noch die Zeit habe, ein dreiseitiges Stundenprotokoll für ein Seminar zu verfassen oder die Sitzung der letzten Vorlesung nach zubereiten. Mit der richtigen Zeitaufteilung klappt es immer.

Die Vermittlung des Lehrstoffs an Schüler hat nicht wirklich etwas mit meiner späteren Berufung zu tun, doch das Aufeinandertreffen mit Schülern macht mir Spaß und erinnert mich an meine eigene Schulzeit. Das bringt etwas Abwechslung in mein Leben. Dadurch, dass die meisten Schüler erst vor wenigen Jahren nach Deutschland kamen, haben sie alle etwas gemeinsam: Ihre Einwanderungsgeschichten. Es sind oft Schüler aus Syrien, Kroatien oder Ägypten, denen ich Deutsch als Zweitsprache beibringe. Neben meinen Zielen an der Universität ist auch das Unterrichten der deutschen Sprache an meine Schüler zu einem Bestreben geworden.

In den ersten drei Semestern hätte ich es mir nicht vorstellen können, gleichzeitig zu lernen und zu lehren – doch es klappt. Im Laufe der Zeit kreieren, wenn möglich, viele ihre Studienordnung selbst. So kann ich im Sommersemester mehr Seminare und Vorlesungen belegen als ich sollte, und kann so Zeit für das Wintersemester einsparen und die Zeit für ein freiwilliges Praktikum nutzen. Mit dem richtigen Zeitplan und der richtigen Organisation kann man das Ganze unter einen Hut bringen.

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