Duisburg: Studentin forschte über Rassismuserfahrungen an Schulen

Rassismus an Schulen : Rassismus gibt es auch an Schulen

Aylin Karabulut, Absolventin der UDE, wurde für ihre Masterarbeit ausgezeichnet. Sie stellte fest, dass Diskriminierung häufig vom Lehrpersonal ausgeht.

(RP) Für ihre Masterarbeit über Rassismuserfahrungen in der Schule hat Aylin Karabulut den Förderpreis des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien 2019 erhalten. Die 26-Jährige ist Absolventin und nun wissenschaftliche Mitarbeiterin der UDE. Sie promoviert mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.

„Welche Erfahrungen macht ihr in der Schule?“ Das fragte Aylin Karabulut im vergangenen Jahr Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte an acht weiterführenden Schulen in Deutschland. Und die kamen sehr schnell auf Rassismus zu sprechen. Im Zuge ihrer Befragung fand Karabulut heraus, dass Diskriminierungen vor allem vom Lehrpersonal ausgingen: So wurden die Jugendlichen von diesem nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern als Teil einer häufig als defizitär dargestellten Gruppe gesehen. Die Betroffenen empfanden ihre Erfahrungen als besonders einschneidend und benachteiligend, da die Schule ihre weitere Zukunft maßgeblich beeinflusst. Trotzdem entwickelten sie verschiedene Strategien, mit rassistischer Diskriminierung umzugehen. „Frau Karabulut hat die Erfahrungswelt von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte kritisch in den Blick genommen und schmerzliche Fragen gestellt, deren Antworten auch für die Praxis von großer Bedeutung sind“, lobte die Jury.

Aylin Karabulut hat 2018 das Lehramt-Studium für Gymnasien und Gesamtschulen mit den Fächern Deutsch, Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften an der UDE abgeschlossen. Aktuell ist sie Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Migrations- und Ungleichheitsforschung der UDE. In ihrer Doktorarbeit befasst sie sich mit schulischer Rassismuskritik.

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