Duisburg: Streit um Radweg und Diskussion um die Cölve-Brücke

Brücken-Probleme : Neues Gutachten soll Kosten für die Behelfsbrücke ermitteln

Ein neues Gutachten soll außerdem klären, wie hoch die Kosten für eine Behelfsbau an der Cölve-Brücke sein werden.

(mtm) Die Anwohner in Trompet und Moers-Schwafheim, die auf einen schnellen Ersatzbau für die Cölve-Brücke gehofft haben, brauchen weiter Geduld: Ein neues Gutachten soll nun bis Ende des Jahres klären, wie hoch die Kosten für eine Behelfsbrücke sind. Das erklärte Duisburgs Planungsdezernent Carsten Tum bei der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr am Dienstag. „Das Gutachten soll bis Ende des Jahres vorliegen und rund 30.000 Euro kosten“, sagte Tum. Die Städte Moers und Duisburg hätten sich darauf verständigt, die Kosten für das Gutachten zu teilen. Eine Machbarkeitsstudie hatte zuvor ergeben, dass der Bau einer Behelfsbrücke grundsätzlich möglich ist, bevor in einigen Jahren eine ganz neue Brücke gebaut werden kann. Wie schon in Moers demonstrierten auch in Duisburg Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Cölve-Brücke vor dem Rathaus mit einem selbst gebastelten Modell einer Behelfsbrücke. IG-Sprecher Freek Kiesow forderte eine verbindliche Zusage beider Städte, dass die Behelfsbrücke auch tatsächlich 2019 fertig wird.

Beim Bau der neuen Rheinbrücke der A 40 sieht Carsten Tum noch gute Chancen dafür, dass der Radweg mindestens 3,50 Meter breit werden könnte. Er wies Vorwürfe zurück, die Stadt Duisburg habe sich zu spät für einen breiteren Radweg eingesetzt, wie es NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt hatte. „Wir sind bereits Anfang 2016 an die Deges herangetreten und haben gesagt, dass uns dass zu knapp bemessen ist“, so Tum. Die Deges habe auf Regelungen für den Neubau von Brücken verwiesen, die von einer Radwegebreite von 2,75 Meter ausgehen. „Diese Regelungen sind von 1970 und nicht mehr zeitgemäß. Wir haben darauf hingewiesen, dass dies nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht“, meinte er. Im Übrigen sehe es die Stadt Duisburg nicht ein, einen Förderantrag für einen breiteren Radweg zu stellen, weil es sich bei dem Bau der Brücke um eine Maßnahme des Bundes handele. Er sei aber zuversichtlich, dass zum jetzigen Zeitpunkt ein Radweg von mindestens 3,50 Meter noch möglich sei.

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