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Duisburg: Stefanie Pappe-Stellbrink liebt Pop-Art und die USA

Stefanie Pappe-Stellbrink aus Duisburg : Wie eine Pop-Art-Künstlerin die USA lieben lernte

Stefanie Pappe-Stellbrink aus Duisburg liebt die Vereinigten Staaten und verrückte Kunst. In ihrem Atelier riecht es nach Sprays und Acrylfarben. Manchmal fliegt sie auch über den Atlantik – als Stewardess.

Diese Frau ist so originell wie ihre Kunst. Stefanie Pappe-Stellbrink wohnt beschaulich im Duisburger Süden, und der Betrachter ihres Hauses ahnt nicht, was sich im Innern verbirgt. Pop Art mit Humor und Spaß an der Kunst, und das verteilt auf etwa 200 Quadratmetern und drei Etagen in allen Formaten. Dass sich hier Hund Buri und Kater Anton bestens vertragen, liegt auf der Hand. Die Stimmung im Haus ist einfach so prickelnd wie die Besitzerin.

Dass die 53-jährige Künstlerin ein Faible für die USA, Mickey Mouse, die Helden der Kindheit wie Superman, Catwoman, Batman und Spiderman hat, spiegelt sich auf ihren Bildern, die sie nach Herzenslust beklebt, besprüht, mit Acryl bemalt und so bearbeitet, dass auf jeden Fall neben mächtig viel Farbe immer der Spaßfaktor eine Hauptrolle spielt. „Nichts ist vor mir sicher, ich habe einfach riesig viel Freude am Schaffen, und wenn ich eine spontane Idee habe, stehe ich nachts auf und lege los“, sagt sie.

Dabei gibt es längst nicht nur Bilder in ihrem wunderschönen Haus, und zwar in allen möglichen Formaten, sondern auch Reliquien ihrer anderen Passion, dem Fliegen. Die Künstlerin ist nämlich nebenbei seit über 30 Jahren Flugbegleiterin bei klassischen Airlines wie der Lufthansa. Dass sie so schon mit Anfang 20 ganz Europa und wenig später die USA bereist hat, war eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. „Ich liebe Miami, die Farben, die Atmosphäre, einfach die ganze Stimmung dort“, bekräftigt sie und dabei strahlen ihre Augen. Schon fast nostalgisch anmutende Trolleys, die sie munter bearbeitet hat, stehen verteilt im Haus und wecken Reiselust.

Ein Werk der Künstlerin. Foto: Stefanie Pappe-Stellbrink

Stefanie Pappe-Stellbrink hat ihr Atelier im Souterrain. Auch ohne Wegweiser führt schon die Nase in den kreativen Arbeitsraum, denn die Sprays und Farben hinterlassen einfach einen typischen Geruch. Und es sieht nach Arbeit und vor allem Spaß aus. Hunderte Mickey-Mouse-Hefte stapeln sich in einer Ecke. Bilder auf Leinwänden in allen Größen, pfiffig gerahmt, in Holz oder Edelstahl, von einigen strahlen Brigitte Bardot, Romy Schneider, Sophia Loren, Marilyn Monroe, auch Steve McQueen in rotem Polohemd, mit Zigarette im Mund und einfach herrlich lässig-aber immer in guter Gesellschaft von verschwenderisch kräftigen Farben und mit herrlichen Sprüchen versehen, wie bäng, bum, hello, my darling, nice to see you und allem Möglichen mehr. „Pop Art ist Spaß, ist Kunst mit einem dicken Augenzwinkern, die sich selbst nicht so ernst nimmt und gerade deshalb für Freude sorgen soll“, betont sie. Und die Bilder haben hohen Unterhaltungswert, sind gefüllt mit Impressionen, kurzen Parolen und Texten, mit Stars und Sternchen und vielen Erinnerungen an Hollywood-Glamour. Aber schwarz-weiß und reduziert beherrscht sie auch.

Aufgewachsen ist Stefanie Pappe-Stellbrink in Soest in Westfalen. Der Vater war Grafiker und hatte einen eigenen Betrieb. Dass dieses klare Denken in schwarz-weiß-Formaten und modernen Strukturen sie geprägt hat, sieht man an und in ihrem Haus. Und diese Klarheit mischt sich mit ihrem Esprit, was eine gelungene und frische Kombination ist. Nach dem Abitur hat sie zunächst ein Studium in Kunst und Gestaltungstechnik absolviert, bevor sie zur Fliegerei gekommen ist. Den Stewardessen-Kurs hat sie mit Begeisterung absolviert, die Aussichten waren viel versprechend, die Bezahlung stimmte, das Fernweh wurde gestillt. Aber ihre Lust auf Kunst ließ sie nicht mehr los. So hat sie vor sechs Jahren bei einer Ausstellung in Mülheim ihre Bilder vorgestellt, mit solch großem Erfolg, dass die anderen Kollegen blass wurden. Inzwischen ist sie in mehreren Galerien, auch in Hamburg, vertreten, doch ihr Resümee ist klar: „Verkaufen kann ich selbst am besten, wenn ich weiß, was der Kunde möchte“. Kreativ war sie auch bei der Namensfindung ihres Labels. 2st steht für zweimal St, Stefanie Pappe-Stellbrink. Das Glitzern und die Lebenslust hat sie im Blick. Ihre Kunst gibt das wieder.